Werkzeuge, Stifte, Bastelmaterial und die lästigen Mehrfachsteckdosen, die undekorativ, verworren herumliegen – jeder kennt es. Im Büro, in der Küche, der Werkstatt oder im Kinderzimmer sucht man verzweifelt nach Stauraum. Ihab Fleega aus Ulm will diesem Chaos mit seinem Ordnungssystem „Pinnns“ ein Ende setzen. Am Mittwoch stellt er es in der „ProSieben“-Show „Das Ding des Jahres“ vor.

Ihab Fleega kam Idee für „Pinnns“ unter der Dusche

Der  gebürtige Iraker lebt seit 2002 in Deutschland, Ulm ist seine Heimat geworden. „Nur Schwäbisch, das kann ich noch nicht“, sagt er und lacht. In der Wohnung des 46-Jährigen fallen direkt kunterbunte Schaumstoffnoppen ins Auge. Die auf ein Kunststoffboard montierten Schaumstoffnoppen halten so gut wie jeden Gegenstand, den man dazwischenschiebt, fest – vom Bleistift bis zur Bohrmaschine. Die Idee kam Fleega unter der Dusche:  „Als ich den Duschkopf in der Hand hielt, dachte ich mir, dass ich den gerne an einer anderen Stelle hätte.“ Mit Materialien, die er zu Hause hatte, begann er zu tüfteln.

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Fleega will das Leben durch sein Ordnungssystem erleichtern. „Jeder hat so viele Gegenstände zu Hause. Mit den „Pinnns“ kann man ungenutzte Flächen in Dachschrägen, an Schrankwänden, ja einfach überall nutzen, ohne zusätzlichen Platz in Anspruch zu nehmen.“

„Das Ding des Jahres“: Ihab Fleega kämpft um 100.000 Euro

In der TV-Show „Das Ding des Jahres“ stellen Kandidaten innovative Ideen und Erfindungen vor. Die Juroren – Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, die Moderatoren Lena Gercke und Joko Winterscheidt sowie Rewe-Chefeinkäufer Hans-Jürgen Moog – geben ihre Meinung ab, am Ende entscheidet das Publikum, wer das „Ding des Jahres“ produziert hat und 100.000 Euro gewinnt. In der Show aufzutreten, sei „aufregend, schön und ein unglaublicher Push fürs Selbstbewusstsein“.

Ihab Fleega gewann 2018 den „Elevator Pitch“

Mit „Pinnns“ hat Fleega bereits 2018 den Regionalwettbewerb „Elevator Pitch“ gewonnen, der vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg organisiert und  im Rahmen des Gründertages der IHK Ulm stattfand. 2019 wurde sein Produkt mit dem German Design Award Special im Bereich Retail ausgezeichnet.

Vom „Ding des Jahres“ erhofft sich Fleega, dass Unternehmen die Idee hinter den „Pinnns“ erkennen und auch die Möglichkeit, sie für die eigene Branche anzupassen oder weiterzuentwickeln. Er habe bereits „Pinnns“ in unterschiedlichen Logofarben von Firmen gefertigt. Auch in Kindertagesstätten oder Schulen, könne so jedes Kind auf spielerische Art und Weise eigene Pinnns kreieren. So würden Kreativität und Ordnungssinn gleichermaßen gefördert.

„Pinnns“: Auch in Flugzeugen oder Wohnmobilen einsetzbar

Auch Nachhaltigkeit beschäftigt den Erfinder. Er möchte sich mehr mit dem Thema Recycling auseinandersetzen. Seine „Pinnnsbar“, in der sich zum Beispiel Weinflaschen wunderbar verstauen lassen, besteht statt aus Kunststoff aus Holz. Dabei halten die Schaumstoffnoppen, die auf dem Board angebracht sind, den Gegenstand so fest und passen sich an, dass ein Herausrutschen ausgeschlossen ist. Dies mache das Produkt auch für Flugzeuge, Schiffe und Wohnmobile interessant, um zu verhindern, dass Smartphones oder Gläser bei Turbulenzen zu Wurfgeschossen werden.

Seine Idee unterscheide sich im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten vor allem darin, dass sich die „Pinnns“ flexibel anpassen lassen und nicht auf eine spezielle Produktkategorie oder Branche festgelegt seien, sagt Fleega. Das innovative, farbenfrohe Design sei im Gegensatz zu Vergleichsprodukten ein echter Hingucker und gehöre in jeden Haushalt. Erhalten kann man die Pinnns online und im ausgewählten lokalen Einzelhandel.