Südwesten Amt meldet Anstieg der Krätze-Infektionen: So schützt du dich

Krätze: Allein wenn das Wort fällt, fangen manche Menschen an  sich zu kratzen.
Krätze: Allein wenn das Wort fällt, fangen manche Menschen an sich zu kratzen. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Uwe Keuerleber 05.12.2018
Das Gesundheitsamt Stuttgart meldet vermehrt Fälle von Krätze bei Jugendlichen und Kindern. 120 Fälle hat das Amt in diesem Jahr verzeichnet.

Schon der Name löst bei vielen Menschen Juckreiz aus: Krätze. Eine Krankheit aus dem Mittelalter die lange als ausgestorben galt, ist wieder zurück. Das Gesundheitsamt Stuttgart hat in diesem Jahr schon 120 Fälle bei Kindern und Jugendlichen registriert. Gerade im Winter, wo es in vollen Bahnen oder Kaufhäusern zu intensiverem Körperkontakt kommen kann, wächst die Gefahr einer Ansteckung.

Was ist Krätze?

Bei Krätze handelt es sich um eine ansteckende Hautkrankheit, die durch die Skabiemilbe verursacht wird. Dabei gräbt die Milbe Gänge in die Haut und legt dort Eier und Kotballen ab. Dadurch werden allergische Reaktionen ausgelöst, die einen starken Juckreiz verursachen. Körperstellen mit dünner Hornschicht und einer höheren Körpertemperatur bei der Skabiemilbe besonders beliebt. Deswegen sind Handgelenke, Achseln, der Bereich hinter den Ohren und der Genitalbereich besonders häufig betroffen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch Kopf und Gesicht betroffen sein. Meist dauert es zwei bis fünf Wochen bis es zu den typischen Symptomen wie starkem Juckreiz, Hautekzemen, brennendem Schmerz und Pustelbildung kommt.

Besteht Meldepflicht?

„Eine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz gibt es bei Krätze nicht“, sagt Fachdienstleiter des Gesundheitsamtes Alb-Donau-Kreis, Theodor Gonser. Allerdings besteht bei Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen eine Benachrichtigungspflicht an das Gesundheitsamt.

Wie kommt es zur Ansteckung?

Wie bei Läusen wird auch die Krätze von Mensch zu Mensch übertragen. Händeschütteln oder eine Umarmung reicht in der Regel nicht aus um sich anzustecken. Das Risiko ist dort am höchsten, wo viele Menschen sehr nahen Körperkontakt haben, also Kindergärten, Schulen oder Obdachlosenheime.

Eine Ausnahme bildet die Borkenkrätze. Diese besondere Form ist für Menschen mit schwachem Immunsystem hochansteckend. Durch die hohe Anzahl der Milben auf der Haut - oft mehrere Millionen Tiere, bei der herkömmlichen Krätze sind maximal 12 Milbengänge vorhanden - ist die Infektionsgefahr wesentlich höher, so dass bereits ein kurzer Hautkontakt ausreicht, um sich anzustecken.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Krätze lässt sich meistens relativ gut in den Griff bekommen. Es reicht das Auftragen von Salben und Lotionen, die der Hautarzt verschreibt und die den Erreger abtöten. Seit Mai 2016 wird die Krätze auch innerlich in Form von Tabletten behandelt, die den Wirkstoff Ivermectin enthalten.

Nach einer Behandlung sollte Kleidung und Wäscheteile, die direkten Kontakt zur Haut hatten, komplett gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um einer erneuten Infektion vorzubeugen.

Wie kann ich Krätze vorbeugen?

Vorbeugen kann, wer auf gründliche Körperhygiene achtet. Regelmäßiges Duschen und Verwendung von Pflegeprodukten mit rückfettender Wirkung erschwert den Milben die Ausbreitung.

Besonders nachdem man engen Kontakt zu vielen Menschen hatte, etwa im Bus oder auf dem dicht gedrängten Weihnachtsmarkt, sollte man gründlich Hände waschen und die Kleidung wechseln.

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