Ulm / Chirin Kolb  Uhr
Ende Oktober wird die Kreuzung Karl-/Neutorstraße weitgehend gesperrt. Richtung Kuhberg steht die erste Testfahrt an.

Der 9 Dezember ist in aller Munde, der Tag der Inbetriebnahme der Linie 2. Der städtische Verkehrsplaner Torsten Fisch und SWU-Projektleiter Ralf Gummersbach sind zuversichtlich: Der Zeitplan werde gehalten, Verzögerungen aufgeholt. Über einen anderen Termin sprechen sie aber nicht so gern: Den Tag, an dem der erste Zug aufs Gleis Richtung Wissenschaftsstadt gesetzt wird und die Strecke abfährt. In diesen Tagen soll es so weit sein – möglichst unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Fisch und Gummersbach möchten Gruppen von Schaulustigen vermeiden, unbehelligt testen. Bei dieser ersten Fahrt in Schrittgeschwindigkeit geht es um Fragen wie: Klappt alles? Stimmen die Haltestellen? Und vor allem: Passt die Straßenbahn überall durch?

Zusätzliches Personal

„Sie passt durch“, sagt Gummersbach. Und schiebt nach: „Aber man weiß nie.“ Dass der Avenio irgendwo streift, an einem Bordstein zum Beispiel, kann an einem Zentimeter liegen. Damit die Straßenbahn fahren kann, müssen die Fahrleitungen montiert sein. Daran werde gerade mit Hochdruck gearbeitet. Die verantwortliche Firma habe extra zusätzliches Personal auf die Baustelle geholt. Am oberen Mähringer Weg etwa hätten die Baufirmen zuletzt richtig Gas gegeben. Um den Römerplatz sehe zwar alles noch sehr nach Baustelle aus, „da fehlt ein bisschen die Fantasie, dass es rechtzeitig fertig wird“, sagt der SWU-Projektleiter. „Aber die Baufirma sagt: Es klappt.“

Zahlreiche Baustellen in Ulm und Neu-Ulm fordern Verkehrsteilnehmer heraus. Eine Karte mit aktuellen Baustellen soll Abhilfe schaffen.

Ein großer Eingriff in den Verkehr steht allerdings noch bevor.  Am letzten Oktober-Wochenende, also 27. und 28. Oktober, wird die Kreuzung Karlstraße/Neutorstraße asphaltiert. Die gleichen Arbeiten an der Theaterkreuzung hatten Anfang September für ein Verkehrschaos gesorgt. Nun wird die Kreuzung Karlstraße/Neutorstraße ebenfalls weitgehend für den Verkehr gesperrt. Weil an jenem Wochenende ohnehin die Bahngleise wegen Arbeiten an der Neubaustrecke stillgelegt sind, nimmt sich die Abteilung Verkehrsinfrastruktur gleich noch die Brüstung an der Ludwig-Erhard-Brücke vor. Dort wird die endgültige Brüstung am Geh- und Radweg montiert.

Die Sperrung der Kreuzung Karlstraße/Neutorstraße wird noch einmal erhebliche Verkehrseinschränkungen bringen. Im Blick auf den Handel drücken die Verantwortlichen aber aufs Gas. „Das Baufeld Innenstadt soll vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts möglichst freigeräumt sein“, sagt Gummersbach. Das heißt: Nicht nur Sperrungen sollen beendet sein, es soll auch nicht mehr nach Baustelle aussehen.

400 Bäume werden gepflanzt

Ziel sei ohnehin, bis zur Inbetriebnahme alle Arbeiten entlang der Trasse abgeschlossen zu haben. „Wir können nicht arbeiten, wenn alle fünf Minuten die Straßenbahn fährt.“ Auch die Beleuchtung bleibe aus Kapazitätsgründen vorerst provisorisch. Ende Oktober, Anfang November werden entlang der Strecke mehr als 400 Bäume gepflanzt.

Auf einer Skala von null bis zehn: Wie froh sind die Verantwortlichen, wenn die Baustelle beendet ist? „Zehn“, antwortet Ralf Gummersbach. Und Torsten Fisch: „elf.“

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Einiges wird erst im nächsten Jahr erledigt

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