Schule Eltern beschäftigt Stundenausfall

Abriss und Neubau: Die Eichenplatz-Grundschule in Böfingen wird erneuert.
Abriss und Neubau: Die Eichenplatz-Grundschule in Böfingen wird erneuert. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / ate 15.11.2018
In Ulm melden mehr und mehr Eltern ihr inklusiv zu beschulendes Kind von der Regelschule ab und melden es an einem Beratungszentrum an.

Eingeschult wurden in diesem Schuljahr 1020 Kinder, inklusive der Schulen in freier Trägerschaft (Vorjahr: 978 Kinder). Diese Zahlen hat Gerhard Semler, Leiter der Abteilung Bildung und Sport der Stadt, in der jüngsten Sitzung des Gesamtelternbeirats (GEB) der Ulmer Schulen präsentiert. Zudem einigte sich der GEB mit den geschäftsführenden Schulleitern in Sachen bewegliche Ferientage. Eltern wollten von Vertretern des Schulamtes wissen, was sie gegen Stundenausfall tun.

Schullandschaft

An allen Ulmer Schulen in städtischer Trägerschaft lernen aktuell 21 403 Schülerinnen und Schüler. Diese Zahlen nannte Gerhard Semler in seinem Bericht. Zum Vergleich: Im vorherigen Schuljahr waren das 21 426 Schülerinnen und Schüler.

Bei den Haupt- und Werkrealschulen gibt es nur noch die Böfinger Mörike-Schule und die Wiblinger Sägefeld-Schule. An beiden lernen insgesamt 289 Kinder und Jugendliche (Vorjahr: 416 Kinder und Jugendliche). Für Semler ist eindeutig, dass die Mörike-Schule auslaufen wird. Von den vier Gemeinschaftsschulen entwickeln sich laut Semler „zwei recht ordentlich, zwei nicht ganz so gut“. Gleichwohl lernen an allen zusammen 1063 Schüler, „die Tausender-Grenze wurde zum ersten Mal überschritten“. An Realschulen lernen 1600 Schüler, die Zahl ist offenbar stabil ist. Im Gegensatz zum Gymnasium, wo die Schülerschaft ungebrochen zulegt. 5173 Schüler lernen dort (Vorjahr: 4900 Schüler). Anders als erwartet entwickeln sich die Schülerzahlen an den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ).„Die Landesregierung hat gemeint, die Kommunen sparen Geld durch die Inklusion, wenn die Kinder an die Regelschule gehen“, sagte Semler. Das sei nicht der Fall. „Vielmehr stellen Eltern fest, dass Kinder an der Regelschule nicht so gefördert werden wie gewünscht, und schicken die Kinder zurück.“ Ein Grund, weswegen an den meisten SBBZ in Ulm die Schülerzahlen wieder ansteigen. Gleichwohl lernen an 22 Ulmer Schulen 243 Schüler, die inklusiv beschult werden.

Die Betreuung der Schulkinder ist für Semler ein „Großprojekt“. Mittlerweile nutzen 3474 Kinder eine Betreuung, das sind 90 Prozent aller Grundschulkinder. „Jetzt kommen Rufe nach einer Betreuung in Klasse 5 und 6.“ An zwei Modellschulen, der Spitalhof-Gemeinschaftsschule und dem Schubart-Gymnasium, wolle man damit starten, zum Schuljahr 2019/2020. Für die nächsten zehn Jahre sind Schulbaumaßnahmen geplant an der Grundschule Eichenplatz, der Stifter-Schule, der Lindgren-Schule, den Schulzentren Kuhberg und Wiblingen, List- und Robert-Bosch-Schule. „Wie lange dauert es, bis die Schule steht?“, fragte ein GEB-Mitglied. „Von der Idee bis zur Schlüsselübergabe etwa fünf Jahre“, beschied Semler.

Bewegliche Ferientage

Vier bewegliche Ferientage und drei arbeitsfreie Tage kann der GEB in Absprache mit den geschäftsführenden Schulleitern gemeinsam festlegen. Für das Schuljahr 2020/2021 hat Ulrike Mühlbayer-Gässler, geschäftsführende Schulleiterin der Ulmer Grund-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen und der SBBZ, gemeinsam mit Prof. Gero Lückemeyer, Vertreter des GEB, drei Vorschläge erarbeitet. In der Abstimmung waren die GEB-Vertreter mehrheitlich für diesen Vorschlag: Fünf Tage sollen für die Faschingsferien verwendet werden, ein Tag im März „zur Verlängerung der recht kurzen Osterferien“ (Mühlbayer-Gässler), und ein Tag im Mai vor Christi Himmelfahrt.

Elternfragen „

Was gedenken Sie gegen den Lehrermangel zu tun?“, fragte eine Mutter und GEB-Mitglied. Achim Schwarz, kommissarischer Leiter des Staatlichen Schulamtes Biberach, antwortete, dass man um die Ausfälle weiß und sich deswegen die Personalschulrätinnen im Amt die Finger wund telefonieren auf der Suche nach Leuten. „Kurzfristig lässt sich das nicht lösen. Das Problem zieht sich durch die gesamte Republik“, sagt Schwarz. Mit einer wirklich problematischen Situation rechnet er erst im Januar und Februar, den Grippe-Monaten. Abteilungsleiter Semler wertete den Lehrermangel so: „Das ist eine Schande für Baden-Württemberg.“

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