Wiblingen / Verena Schühly  Uhr

Uns hat die Optik und der Klang überzeugt, deshalb haben wir uns für den Entwurf von Claudius Winterhalter entschieden. Einstimmig“, sagt Dekan Ulrich Kloos  in seiner Funktion als Vorsitzender des Wiblinger Orgelbaufördervereins. Damit ist ein weiterer Schritt des Wegs getan, an dessen Ende auf der Empore der Basilika St. Martin eine Hauptorgel stehen soll.

Winterhalter, der in Oberharmersbach im Schwarzwald eine Orgelbau-Werkstatt hat, hat dem Kirchengemeinderat und dem Förderverein den Entwurf für einen Orgelprospekt vorgelegt, der „klassisch und zugleich modern ist und sich wunderbar in den Raum einfügt“, findet Kloos.  Die Anordnung der Pfeifen greift die Formensprache der Säulen auf, die oberen Abschlüsse die vergoldeten Kapitelle. Im unteren Teil setzt die Farbe Rot einen „peppigen Akzent“.

Den Klang der Orgeln aus Oberharmersbach haben die Wiblinger auf ihren acht Orgelfahrten kennen und schätzen gelernt.

Mit dem Entwurf hat Winterhalter auch einen Kostenvoranschlag geliefert: Das Instrument soll 1,017 Millionen Euro kosten. Die erste Schätzung hatte bei 850 000 Euro gelegen. Dass die Wiblinger nun mehr Geld aufbringen müssen, nehmen sie hin.

Jetzt den Auftrag geben

Laut Kloos wurden in den vergangenen drei Jahren 410 000 Euro gesammelt – das sind genau die 40 Prozent der Summe, die nötig sind, um nach den Richtlinien der Diözese die Orgel in Auftrag geben zu dürfen.

Am 12. Januar will eine Delegation aus Wiblingen zu Winterhalter fahren, um die letzten Fragen zu klären. „Dann wird auch die Zahl der Register festgelegt“, sagt Kloos. Bislang sind 43 bis 48 Register denkbar – macht also rund 3000 Pfeifen. Sobald die genaue Zahl feststeht, will der Verein mit der Suche nach Paten beginnen (siehe Infokasten).

Für Kloos heißt das: Weiter fleißig die Werbetrommel rühren, um die restlichen 600 000 Euro zusammenzubekommen. „Das Geld fließt, aber man muss dranbleiben“, diese Erfahrung hat er in den vergangenen drei Jahren gemacht. Im November 2015 wurde der Orgelbauförderverein aus der Taufe gehoben, dessen Vorsitz er als ortsansässiger Pfarrer übernommen hat. Die Auflösung des Klosters 1806 in der Säkularisation hatte verhindert, dass eine Hauptorgel gebaut wurde.

Wiblinger Bürger und Gruppen der Gemeinde beteiligen sich mit zahlreichen Benefizveranstaltungen an der Finanzierung des neuen Instruments. „Uns ist jeder Euro willkommen“, betont Kloos.

Schmerzliche Absage

Zuschüsse fest zugesagt haben die Stadt Ulm und die Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die zunächst in Aussicht gestellten 400 000 Euro vom Bund kommen nicht (wir berichteten), das ist für die Wiblinger nach wie vor schmerzlich.

Vor dem Termin am 12. Januar muss Ulrich Kloos noch Formalitäten zu erledigen und Genehmigungen einzuholen, beispielsweise wegen der Statik auf der Empore. Denn Ziel ist es, im Frühjahr den Orgelvertrag zu schließen. Läuft alles nach Plan und ohne Störungen, könnte Winterhalter das Instrument im Lauf des Jahres 2020 aufstellen.

Laut Kloos sind die Dimensionen der Wiblinger Kirche eine Herausforderung für den Orgelbauer: „Er muss es schaffen, die Töne weit nach vorne zu bringen“, denn das Längsschiff der Basilika misst mehr als 70 Meter. Claudius Winterhalter wird vor dem Aufbau des Gesamtinstruments die einzelnen Register vor Ort testen und schauen, wie sich ihr Klang im Raum ausbreitet und wie er die Pfeifen einstellen muss, um die optimale Wirkung im Raum  zu erreichen.

Patenschaften für einzelne Pfeifen und Register

Aktion Es ist möglich, Patenschaften für einzelne Pfeifen oder ganze Register der neuen Orgel zu übernehmen. Der Preis reichtet sich nach der Größe und liegt zwischen 50 und 1000 Euro. Den Preis für ein ganzes Register nennt Ulrich Kloos Interessierten auf Anfrage. Die Spender bekommen eine Patenschaftsurkunde, und die Namen werden im Stifterbuch und auf der vorgesehenen Patenschaftstafel genannt. Weitere Infos finden sich auf der Homepage des Orgelbaufördervereins www.hauptorgel-basilika-wiblingen.de