8 Minuten und 46 Sekunden dauerte das Sterben von George Floyd. So lange hatte ein Polizist sein Knie auf den am Boden liegenden und nach Atem ringenden Mann gedrückt. 8 Minuten und 46 Sekunden knieten am Dienstagabend rund 250 Menschen schweigend auf dem Münsterplatz nieder, um dem am 25. Mai in Minnesota ermordeten Afroamerikaner zu gedenken – und mit ihm den vielen anderen Opfern von rassistischer (Polizei-)Gewalt weltweit. Zur Mahnwache aufgerufen hatte das „Ulmer Netz für eine andere Welt“, ein Bündnis aus unterschiedlichen Organisationen. Der Zeitpunkt der Veranstaltung war bewusst gewählt. Um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit begannen in Houston die Beerdigungsfeierlichkeiten für Floyd. „Wir danken allen, die sich eine halbe Stunde Zeit genommen haben, um zu zeigen, dass die internationale Stadt Ulm nicht nur auf dem Papier steht“, sagte Lothar Heusohn vom Ulmer Netz. Für Samstag ist auf dem Münsterplatz eine weitere Anti-Rassismus-Kundgebung geplant.