Ein Bündnis aus 14 Ulmer Organisationen ruft dazu auf, sich in der Corona-Pandemie solidarisch zu verhalten und zum Schutz anderer Masken zu tragen. Harsche Kritik gibt es für die „Querdenker“.
Die Corona-Schutzmaßnahmen seien für die gesamte Gesellschaft hart, heißt es in dem Schreiben, das unter anderem von Grüner Jugend, Juso-Hochschulgruppe, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Stadtjugendring und dem Verein Verschwörhaus unterzeichnet ist. Natürlich müssten Maßnahmen mit solch weitgehenden Auswirkungen kritisch diskutiert werden.

Ausdruck von Egoismus

Wer aber wie die sogenannten „Querdenker“ wissenschaftliche Fakten leugne und jede persönliche Einschränkung zum Schutz aller als „diktatorische Maßnahme“ betitele, verweigere sich jeglicher Debatte. „Einfachste Umgangsregeln wie Masken tragen und Abstand halten zu ignorieren sind kein Ausdruck von Freiheitsliebe, sondern von Unverantwortlichkeit und Egoismus.“ Wer so handle, nehme letztlich den Tod vieler billigend in Kauf. Um wirklich an einer Lösung der Krise mitzuwirken brauche es Solidarität. „Dazu muss man auch mal persönliche Freiheiten und Bequemlichkeiten aufgeben.“

Falsche Toleranz

Auch die in Ulm besonders aktive Gruppe „Querdenken 731“ leugne die Pandemie. Einzelne Personen wie etwa Rechtsanwalt Markus Haintz seien bundesweit vernetzt und organisierten Großdemonstrationen. Auf Kundgebungen von „Querdenken 731“ in Ulm seien überdies Symboliken von Verschwörungserzählungen wie Q-Anon gezeigt und die Beteiligung verschiedener extrem rechter Gruppen geduldet worden. „Es gehören mit Sicherheit nicht alle Menschen, die auf Querdenkendemos gehen, zu diesen Gruppen oder sind Anhänger von Verschwörungsideologien.“ Doch sie tolerierten deren Anwesenheit und böten ihnen so eine Plattform, die viele zur Radikalisierung und Rekrutierung zu nutzen versuchten.