Normalerweise nutzt die Bundeswehr den mit allen Schikanen ausgerüsteten Intensivtransportwagen ausschließlich, um im Auslandseinsatz verletzte oder schwer erkrankte Soldaten vom deutschen Zielflughafen zum Bundeswehrkrankenhaus (BWK) zu transportieren. Weil die Zeiten im Zuge der Corona-Krise aber alles andere als normal sind, steht das Fahrzeug samt vierköpfiger Crew nun bis auf Weiteres dem allgemeinen Rettungsdienst zur Verfügung.

Prof. Matthias Helm, Chef der Notfallmedizin am BWK, hatte dem baden-württembergischen Innenministerium ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Die dort angesiedelte Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz nahm es dankend an. Denn die Verlegung beatmungspflichtiger Covid-19-Patienten belastet die Rettungskräfte in Baden-Württemberg zunehmend.

Viel Platz

Der Wagen sei mit allem ausgestattet, was man für den Transport von Intensivpatienten brauche, Beatmungsgeräte inklusive, sagte Oberfeldarzt Dr. Jochen Lührs bei der offiziellen Fahrzeugübergabe am Donnerstag. Die räumliche Kapazität sei so beschaffen, dass sogar ein komplettes Krankenhausbett hineinpasse. Fünf Einsätze sei man bereits gefahren, nicht ausschließlich mit Corona-Patienten. „Wir haben auch einen akut herzkranken Patienten in die Ulmer Herzchirurgie gebracht.“

Sieben Tage im Einsatz

Abrufbar ist das Bundeswehrfahrzeug mit dem Funkrufnamen „Ulm 8/81/1“ über die Zentrale Koordinierungsstelle sieben Tage die Woche von 8 bis 17 Uhr. Die Besatzung besteht aus einem Fahrer, einem Notarzt, einem Notfallsanitäter und einem Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin und wird vom BWK und dem Bundeswehr-Ausbildungszentrum für Spezielle Operationen in Pfullendorf gestellt.