Einen Plan hat Christoph Hantel noch nicht. Welche Ideen er als Leiter der vh Ulm einbringen will, das werde sich zeigen. „Erstmal höre ich 100 Tage zu“, sagte er kurz nach seiner Wahl. Klar aber ist für ihn eines: „Nie waren die Demokratie und Europa gefährdeter als jetzt. Die Volkshochschule ist ein wichtiger Baustein, sie muss etwas dagegensetzen.“

70 Kandidaten hatten sich bis Juli dieses Jahres um die Stelle beworben, 7 kamen in die engere Auswahl, 3 waren zur finalen Runde vor der Mitgliederversammlung und dem Verwaltungs- und Finanzbeirat eingeladen worden, die gestern in der Volkshochschule stattfand. Weil eine Frau kurz vor knapp ihre Bewerbung zurückgezogen hatte, stellten sich zwei Bewerber den beiden Gremien vor. „Mit einer Riesenmehrheit haben die Mitglieder und der Beirat Dr. Christoph Hantel gewählt“, sagte Götz Maier, Vorsitzender der Mitgliederversammlung kurz vor 18 Uhr bei einem improvisierten Sektempfang. Der 47-jährige Hantel hatte keine Rede vorbereitet, stieß aber mit jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin kurz an.

Er wird am 1. April 2019 seine neue Stelle antreten, derzeit leitet er, der in Bonn aufgewachsen ist und in Mainz Germanistik, Geschichte und Publizistik studiert hat, noch den Volkshochschulkreis Lüdinghausen. Eine Flächen-Volkshochschule, die die Städte Olfen, Nordkirchen, Ascheberg, Senden und Lüdinghausen im Münsterland umfasst. Hantel ist seit 17 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig, er hat über Journalistenausbildung in Mosambik promoviert.