Pro und Contra Bürohunde: Angenehme Abwechslung oder stinkende Störung?

Ulm / Uwe Keuerleber und Mareike Hauser 10.10.2018
Immer mehr Firmen erlauben ihren Mitarbeitern Hunde mit zur Arbeit zu bringen. Während sich die einen freuen, sorgen Hunde bei anderen für Protest. Auch in unserer Redaktion scheiden sich die Geister:

Mareike Hauser: #TeamBürohund

Jeden Morgen das gleiche Spiel: Ich stehe auf, mache mich fertig, gehe eine Runde mit meiner Hündin Peggy laufen, verabschiede mich von ihr und gehe ins Büro – allein. Peggy geht in dieser Zeit mit meinem Freund zur Arbeit. Sie wird dort „Chefin“ genannt und sorgt für genügend Pausen und Abwechslung. Sie läuft schwanzwedelnd durch die Büroräume, begrüßt jeden Kollegen und sorgt so für eine gute Stimmung. Dann legt sie sich hin und schläft, um in der Mittagspause wieder Zeit in der frischen Luft zu verbringen.

Gerade die kleinen Begegnungen mit Hunden lockern den Arbeitsalltag auf und verbessern so das Betriebsklima. Dabei meine ich natürlich nicht Hunde, die unentwegt zum Spielen auffordern oder bellend durch die Büroräume laufen. Ich denke eher an all die ruhigeren und menschenfreundlichen Vierbeiner (mit guter Erziehung!), die einem als Partner zur Seite stehen und ein familiäres und sicheres Gefühl am Arbeitsplatz vermitteln.

Und für alle die denken, dass ein Hund nur auf die Wiese und nicht ins Büro gehört: Der Hund hat uns über Jahrtausende begleitet und sich mit uns weiterentwickelt. Wir haben ihn durch die Zucht erschaffen und an uns angepasst. Natürlich ist nicht jede Rasse fürs Büro geeignet. Aber es gibt durchaus Hunderassen, die sich lieber gemütlich unter den Schreibtisch legen, als alleine zu Hause zu bleiben oder den ganzen Tag Schafe zu hüten.

Wenn Peggy bei mir ist, fühle ich mich weniger gestresst und glücklich. Diese Gefühle sind sogar wissenschaftlich nachweisbar. Denn einer Studie von Randolph T. Barker zufolge, senken Hunde am Arbeitsplatz das Stresslevel des Besitzers und sorgen für eine höhere Zufriedenheit. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Hormon Oxytocin, das uns körperlich und seelisch gesünder macht. Ausgestoßen wird das Hormon bei regelmäßigen Streicheleinheiten des Hundes. Es erhöht die Bindung, senkt den Blutdruck und hilft dabei die Stresshormone Insulin und Cortisol abzubauen. Auch der Bundesverband Bürohund e.V. sieht vor allem gesundheitliche Vorteile für Mitarbeiter, wenn sie ihren Hund mit zur Arbeit bringen.

Ich freue mich, wenn mich am Arbeitsplatz ab und zu eine kleine Hundenase anstupst und mich zum Schmunzeln bringt, kann doch gar nicht so störend sein, oder?

Uwe Keuerleber: Hunde weg vom Arbeitsplatz

Nicht jeder mag Hunde. Die einen haben eine panische Angst vor ihnen, andere reagieren allergisch oder haben einfach nichts übrig für diese Vierbeiner. Trotzdem nehmen viele Arbeitnehmer ihren treuen Begleiter mit ins Büro.

Eines vorneweg, ich mag Tiere, ich mag auch Hunde und ich hab weder Angst vor ihnen noch bin ich allergisch. Ich sitze hier im Büro, an meinem Arbeitsplatz und diesen teile ich eben nur ungern mit Kollegen, die haaren und streng aus dem Mund riechen. Nein, ich finde Bürohunde nicht süß, ganz im Gegensatz zum Rest der Belegschaft. Sobald solch eine Fellnase im Großraumbüro auftaucht und mit dem Schwanz wedelt, gibt es für viele Kollegen kein Halten mehr. „Oh wie goldig“, hallt es da durch die Räume und „Wuffi“ genießt die volle Aufmerksamkeit.
Viele sind entzückt, wenn er bei dem ein oder anderen am Schreibtisch vorbeischaut. Mich nervt das „Geschnüffel“ an meinen Beinen oder am Inhalt meiner Tasche, gut, da bin ich selbst schuld, vielleicht hätte ich doch kein Wurstbrot einpacken sollen. Aber ich kann ja nicht ahnen, dass ich ausgerechnet an diesem Tag meinen Arbeitsplatz mit einem Vierbeiner teilen muss. In diesem Moment vollkommener Entzückung der Kollegen für das „haarige Exemplar“ vermeide ich es tunlichst etwas zu sagen, schließlich hab ich kein Bedürfnis meine Rangordnung zu verlieren. Eines sei an dieser Stelle allerdings gesagt, wenn man schon seinen Hund mit in ein Großraumbüro mitbringt, dann sorgt bitte dafür, dass er keinen belästigt, oder überlegt euch vorher ob ein Hund die richtige Wahl ist bei einem Acht-Stunden-Job?

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