Die Traditionsfirma Mayser, die sich längst zum Autozulieferer gewandelt hat, streicht angesichts der Lage der Branche 30 bis 40 Arbeitsplätze. Das bestätigte ein Sprecher. Es handelt sich demnach vor allem um Leiharbeiter oder Beschäftigte mit befristeten Verträgen. Außerdem werden Aufhebungsverträge angeboten. Die Vorgehensweise – also ohne Kündigungen – sei mit dem Betriebsrat  abgesprochen. Außerdem wurde die Kanzlei Pluta mit einer vorsorglichen Sanierungsberatung hinzugezogen. In der Redaktion der SÜDWEST PRESSE waren auch anonyme Briefe von Mitarbeitern eingegangen, die zu Weihnachten Angst vor der Entlassung hatten.

Der Sprecher sagte, Mayser habe zuvor noch Stellen aufgebaut und beschäftige am Standort Ulm rund 500 Mitarbeiter. Der Firmensitz des früheren Hut-Herstellers befindet sich in Lindenberg (Allgäu), wo Schaumstoffe produziert werden. Ulm ist das Zentrum für Sicherheitstechnik – wie Schaltleisten für den Einklemmschutz. Die Technik kommt nicht zuletzt auch im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz. Für die Industrie gibt es außerdem Schaltmatten mit Trittschaltern.

Umzug verzögert sich

Dabei ist Mayser durchaus auf Zukunftsfeldern wie E-Mobilität im Einsatz. So gehört auch Tesla zum Kundenkreis. Zu den Zukunftsplänen des Unternehmens zählt, wie berichtet, zudem der Umzug des Standorts vom beengten Werk in der Oststadt nach Senden. Das Bauplanverfahren ist aber auch wegen historischer Ausgrabungsfunde sowie Lärmschutzthemen ins Stocken geraten, so dass Beobachter den Umzug sogar ganz in Frage stellen.

Mayser hatte sich im Herbst als Autozulieferer auch auf der 25. Busworld in Brüssel präsentiert – der bekanntesten Messe für Linien- und Reisebusse. Mayser stellte dort nicht zuletzt moderne Sensoren für den Einklemmschutz vor. Dazu gehörte auch die Mitschleif-Erkennung. Denn beim Ein- und Ausstieg in Busse und Bahnen besteht das Risiko, dass Taschen oder Kleidungsstücke in schließende Türen eingeklemmt und Personen dann mitgeschleift werden. Mayser beseitigt die Gefahr durch ein Profil mit LED-Elementen. Die Sensoren registrieren sogar kleine Objekte wie Rucksackbänder. Mayser erzielte mit insgesamt 1000 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz  von 88 Millionen Euro. Es gibt auch Standorte in Frankreich, der Slowakei, China und den USA.