Die Stadt Ulm hat wieder einen Brief Albert Einsteins erworben. Es handelt sich um ein Schreiben des 1879 in Ulm geborenen, weltberühmten Physikers an Leopold Hirsch, einen angeheirateten Cousin.
„Der Brief verdeutlicht die Verbindung zwischen Albert Einstein und seinen Ulmer Verwandten“, teilte die Stadt bislang lediglich zum Inhalt mit. Dem Vernehmen nach handelt es sich um ein privates Schreiben aus dem Jahr 1940. Erworben hat es die Stadt bei einem Autographenhändler in Deutschland. Details werden am Mittwoch bekanntgeben.

Wie geht es mit dem Einstein-Museum weiter?

Vor wenigen Jahren hatte die Stadt schon einen Brief Einsteins an Hirsch gekauft. Darin hatte sich der Nobelpreisträger zur Umbenennung der Ulmer Einstein- in Fichtestraße durch die Nazis im Jahr 1933 geäußert und die Rückbenennung wenige Wochen nach Kriegsende eine „drollige Geschichte“ genannt.
Am Mittwoch will Kulturbürgermeisterin Iris Mann auch über den Stand der Dinge in Sachen Einstein-Museum erläutern. Wie bereits berichtet, will die Stadt im Haus „Engländer“ am Weinhof eine Dauerausstellung zum Thema „Albert Einstein und seine Ulmer Familie“ erstellen. Das hat der Gemeinderat im April 2019 beschlossen und dafür eine Million Euro bewilligt. Hinzu kommen 600.000 Euro der Baden-Württemberg Stiftung.

Museum im Haus Engländer

Der „Engländer“ war einst Wohn- und Arbeitsgebäude von  Einsteins engsten Verwandten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Albert  Einstein dort war. Das Geburtshaus  Einsteins in der Bahnhofstraße existiert schon lange nicht mehr.
Mit dem Umbau des Engländers soll 2021 begonnen werden, bis dahin ist dort das Europe-Direct-Infozentrum untergebracht. Eröffnet werden soll das Museum im Sommer 2022 – das war aber der Stand vor der Corona-Krise. Ingo Bergmann, der das Museum konzeptioniert, hatte zuletzt aufgrund der Pandemie Forschungsreisen absagen müssen.

So soll die Ausstellung aussehen

Die Ausstellung soll auf drei thematischen Säulen stehen: Einstein und seine Ehefrau Elsa; die Familie  Einstein in all ihren Verästelungen; und Ulms jüdische Gemeinde im 19./20. Jahrhundert, eingebettet in die Gesellschaftshistorie der Stadt.
Die Ausstellung soll vor allem multimedial in Szene gesetzt werden. Denn Original-Exponate besitzt die Stadt Ulm nur wenige. Umso wichtiger ist der erneute Erwerb eines Briefs.