Installation „Die Stadt soll sich beim Spielen zusehen“

Der Pop-Up Playground im Stadthaus.
Der Pop-Up Playground im Stadthaus. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Helmut Pusch 03.11.2018

Im Sommer standen 300 Kartons auf dem Münsterplatz und wurden dort von den Tänzern der Moving Rhizomes als Requisiten zur ihrer Choreografie „Pop-Up Playground“ benutzt. Die Kartons sollten die Menschen einladen, sich selbst mit den erstaunlich stabilen Pappkonstruktionen zu beschäftigen.

Jetzt sind knapp 100 dieser Kartons wieder an nahezu gleicher Stelle aufgestapelt – einige Meter weiter südlich, im Saal des Stadthauses. Bis Sonntag ist dort die Installation „Pop-Up Playground interactiv“ zu sehen. Die bietet neben den Kartons auch zwei Projektionsflächen. Auf der einen sind die Szenen zu sehen, die Choreograf Pablo Sansalvador und die Tänzer Bogdan Muresan, Chiara Rontini und Daniel Perin für den Münsterplatz erarbeitet hatten, aber auch von Andreas Usenbenz gefilmte Szenen, wie das Publikum die Einladung zum Spiel mit den Kartons annahm. Auf der anderen Projektionsfläche gibt es Interviews, die Usenbenz, der auch für die Klanginstallation im Stadthaus verantwortlich ist, mit Sansalvador aufgezeichnet hat sowie Stop-Motion-Sequenzen, die einen ganzen Tag auf dem Münsterplatz auf wenige Sekunden zusammenraffen.

„Ich wollte, das die Stadt sich selbst zuschauen kann, wie sie auf die Tanzperformance reagiert hat, aber auch dabei, wie sie selbst den Spielplatz, den wir angeboten haben genutzt hat.“ Sagt Initiator Pablo Sansalvador und zeigt auf eine Szene, in der das Publikum voller Elan eine Kartonpyramide umstürzt, um sie gleich wieder aufzubauen. „Bauen, einreißen, wieder aufbauen. Das sind offensichtlich zutiefst menschliche Bedürfnisse – und zwar unabhängig vom Alter“, sagt Sansalvador, der einige seiner Beobachtungen auch auf einem Flyer zur Ausstellung zu Papier gebracht hat. „Auf dem Münsterplatz haben alle Altersgruppen mitgemacht, vom Vierjährigen bis zum Opa.“

Und das können alle Interessierte jetzt auch in der Indoor-Variante im Stadthaus tun – allerdings mit weniger Kartons. „Von den ursprünglich 300 Kartons sind auf dem Münsterplatz etwa hundert kaputt gegangen. Weitere hundert haben wir dem Projekt Gleis 44 als Sitzgelegenheiten überlassen, der Rest steht hier“, sagt Sansalvador. Und die harren noch bis Sonntag der Spieler – jeweils von 11.30 Uhr bis 18 Uhr.

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