Den Glanz der Weißenhofsiedlung möchte die Stadt und die Region Stuttgart mit der Internationalen Bauausstellung wiederholen. Acht Jahre vor dem Zieljahr der IBA Stadt-Region 2027 ist aber noch weitgehend ungeklärt, wo welche Zukunftsprojekte glänzen werden. Bei manchen Ideen der Stuttgarter Stadtverwaltung müssten auch private Grundstückeigentümer wie die EnBW mitspielen.

Im Bauausschuss musste sich Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne)  von den Stadträten fast aller Couleur heftige Kritik an den Ideen aus dem Rathaus anhören. Dennoch fand seine Sitzungsvorlage eine breite Mehrheit. „Wir schlagen Flächen vor und planen in einem größeren Rahmen“, hat Pätzold für das städtische Vorgehen geworben.

Als IBA-Flächen sollen diverse Quartiere zu verschiedenen Themen eingerichtet werden. Zum Beispiel geht es um die Entwicklung des Umfelds der Wagenhallen, wo allerdings erst einmal ein Interimsstandort für die Zeit der Opernsanierung geschaffen werden soll. Auch das künftige Wohngebiet am Rosensteinpark gilt als möglicher Standort eines IBA-Quartiers. Wegen der Verzögerung von Stuttgart 21 werden aber die Gleisflächen frühestens 2025 frei. So dürften allenfalls der Planungsprozess samt Bürgerbeteiligung zu einem beispielhaften IBA-Projekt werden. Womöglich können die Besucher 2027 virtuell ein im Computer erzeugtes Modell des künftigen Wohngebiets besichtigen.

„Mir fehlt es da an Mut. ich würde mir Neues wünschen“, beklagte Carl-Christian Vetter (CDU).  Er vermisste Ideen zur Nachverdichtung in die Höhe. „Was ist 2027 zukunftsweisend?“, fragte Susanne Kletzin (SPD). „Wo ist die Idee, die in 100 Jahren noch gilt?“, ergänzte Luigi Pantisano (SÖS/Linke/Plus). „Wo gehen die Menschen hin, die 2027 nach Stuttgart kommen?“

Allein Andreas Winter (Grüne) sieht keine Versäumnisse der Verwaltung. Er erwartet vom Kuratorium der IBA und den Architekten „zündende Ideen“. So sei es 1927 auch bei der Weißenhofsiedlung gewesen, wo Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe zukunftsweisende Projekte geschaffen haben.