S-Bahn Hoffen auf schnellere Zugfolge

Matthias Gastel drängt auf rasche Einführung der ETCS-Technik.
Matthias Gastel drängt auf rasche Einführung der ETCS-Technik. © Foto: Matthias Gastel drängt auf rasche Einführung der ETCS-Technik.Foto: Die Grünen
Stuttgart / Uwe Roth 28.08.2018

Morgens und abends geht es am Bahnsteig Schlag auf Schlag – und trotzdem nicht schnell genug. Alle zwei bis drei Minuten verlässt eine S-Bahn die Station unterm Stuttgarter Hauptbahnhof in Richtung Schwabstraße. Im Tunnel unter der Innenstadt verkehren sämtliche sechs Linien der S-Bahn. Mit 24 Zügen pro Stunde und Richtung sowie einer Zugfolge von 2,5 Minuten; über den Tag gerechnet, ist der Zugbetreiber schon lange am Limit. Das sehen die Deutsche Bahn (DB) und der Verband Region Stuttgart (VRS) so, der Aufgabenträger für die S-Bahn ist. Doch um auf der Stammstrecke mehr Züge fahren zu lassen, muss diese technisch aufgerüstet werden.

Die Technik für eine kürzere Zugfolge ist vorhanden und heißt ETCS (European Train Control System). Bislang war das ETCS für die Stuttgarter S-Bahn mehr Wunsch als Wirklichkeit. Im März 2017 war eine 330 000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Nun aber hat die DB auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel aus Filderstadt (Landkreis Esslingen) geantwortet, dass es von der Theorie nunmehr in die Praxis gehen solle: Demnach will sie in den kommenden Jahren zumindest eine Teststrecke für S-Bahnen einrichten, die mit der neuen Technik ausgerüstet sind. Der Bahn zufolge wird diese in einem ersten Schritt zwischen Bad Cannstatt und dem Hauptbahnhof verlaufen.

Ob die Region dem ETCS tatsächlich jetzt einen Schritt näher kommt, darüber werde spätestens Ende Oktober „Klarheit bestehen“, hat Gastel aus Berlin erfahren. Angestrebt werde eine Finanzierung „aus Förderprogrammen des Bundes“. Erste Gespräche mit dem Bund hätten darüber bereits stattgefunden. Dass es die Bahn mit ihrer Ankündigung ernst meint, zeigt sich dem Bundestagsabgeordneten aus der detaillierten Beschreibung des Testverlaufs. Letztlich solle der Einsatz von ETCS in einem „deutlich größeren, gegenüber bisherigen Überlegungen ausgeweiteten Teil des Netzes untersucht werden“, stellt Gastel fest.

Für den Politiker kommt eine Entlastung des Stuttgarter Bahnknotens aber erst dann, wenn zusätzlich zum ETCS auf der Stammstrecke die oberirdische Gäubahnstrecke zwischen Stuttgart-Vaihingen und der Innenstadt „ein durchdachtes Betriebskonzept erhält“. Bislang lehnt die Mehrheit der Regionalräte eine Kostenbeteiligung an der ETCS-Einführung ab.

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