Nahverkehr Der Gepard kommt. Stuttgarts erste Schnellbuslinie nimmt den Betrieb auf

Am Stau vorbei: Der X-Bus fährt auf einigen Abschnitten auf einer eigenen Spur.
Am Stau vorbei: Der X-Bus fährt auf einigen Abschnitten auf einer eigenen Spur. © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart / Barbara Wollny 15.10.2018

 Das rote X1 Emblem sticht an den Haltestellen ebenso heraus wie die im Gepardenlook dekorierten Busse. Am Freitag hatten die neuen Schnellbusse zwischen Bad Cannstatt und der Innenstadt ihre Jungfernfahrt mit Vertretern von Presse und Stadtverwaltung. Bei einer weiteren Probefahrt passierte gleich ein Unfall, bei dem vier Fahrgäste leicht verletzt wurden. Der Busfahrer musste schnell bremsen, weil laut Polizei ein Autofahrer überraschend die Spur wechselte. Von diesem Montag an ist die X1 fester Bestandteil des Stuttgarter Verkehrsnetzes.

Die erste Expressbuslinie fährt zwischen dem Bad Cannstatter Wilhelmsplatz und dem Hauptbahnhof, mit sechs innerstädtischen Stopps zwischen Dorotheenquartier, Wilhelmsbau, Kleinem Schlossplatz und Hauptbahnhof. Die neue Linie bedienen zehn Doppel-Hybridgelenkbusse, die werktags zwischen sechs und 20.30 Uhr unterwegs sind. Die X1 soll die überfüllten Stadtbahnlinien U1 und U2 entlasten. Denn erst im nächsten Jahrzehnt wird es möglich sein, die U1 von 40 auf 80 Meter lange Züge zu verlängern.

OB Fritz Kuhn (Grüne) schwärmte bei der Jungfernfahrt von einem „sensationellen Modell. Mit dem Gepard beginnt ein neues Kapitel in Stuttgart und für den öffentlichen Nahverkehr.“ Zehn Doppelgelenkbusse von Volvo und Mercedes wurden neu gekauft. Der Dieselhybridantrieb ist laut Markus Wiedemann von der SSB eine attraktive Zwischenlösung. Die Stickstoffbelastung iege auf gleicher Höhe wie bei einem PKW. Ab Ende 2019, Anfang 2020 sollen dann reine Elektrobusse zum Einsatz kommen.

Die Fahrt von Bad Cannstatt zum Rathaus dauert rund zehn Minuten, zurück vom Hauptbahnhof nach Cannstatt neun Minuten. Damit ist der Schnellbus zwar nur unwesentlich schneller als die Stadtbahn. Dafür bieten die Busse aber andere Bequemlichkeiten. Fahrgäste können oberirdisch ohne Treppen in die motorisierten Raubkatzen einsteigen. Ein Fahrplan ist überflüssig, schließlich fährt der Bus alle 5 Minuten. Und Besucher der Innenstadt müssen nicht mehr alle Wege zu Fuß erledigen, sondern können den Bus nehmen. Die Strecke zwischen Wilhelmsbau und Hauptbahnhof wurde bisher nicht durch öffentliche Verkehrsmittel bedient.

Zwei Jahre lang dauerten die Vorbereitungen. Eine extra gebaute separate 800 Meter lange Buswechselspur auf der Cannstatter Straße – die morgens in Richtung Zentrum und abends in Richtung Cannstatt freigeschaltet wird – und die Steuerung der Ampeln sollen  sicherstellen, dass der Schnellbus tatsächlich schnell fahren kann. Für Autos wird damit die stark befahrene Strecke zwischen Konrad-Adenauer Straße und Schwanenplatztunnel noch stauträchtiger.

Unter Regie des Verbands Region Stuttgart fahren drei weitere Schnellbuslinien mit X-Kennzeichen. In Stuttgart wird eine X2 geplant.

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