Die WHO hat den Internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, da immer mehr Fälle auftreten. Auch in Deutschland war das Virus Anfang der letzten Januarwoche angekommen. Nachdem zunächst ein Fall in Starnberg bekannt geworden war, wurden noch drei weitere Fälle von Coronaviren in Bayern bestätigt. Nun soll es einem Bericht des Münchener Merkur zufolge zwei Verdachtsfälle des Coronavirus in Stuttgart geben. Dem Bericht zufolge soll es sich um zwei Frauen handeln. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt, einen Bericht der DPA etwa gab es zu dem Thema zunächst nicht. Konkret hieß es in dem Artikel des „Merkur“, dass „einige Vorkommnisse“ untersucht würden.

Zudem soll es einen weiteren Verdachtsfall in Siegen (Nordrhein-Westfalen) geben. Am Mittwochnachmittag hieß es in dem Artikel, dass in Niedersachsen zehn Verdachtsfälle für das Coronavirus untersucht würden. Bei einigen Patienten habe zügig Entwarnung gegeben werden können, etwa in Göttingen, hieß es weiter. Der MDR berichtete am Donnerstag von drei Verdachtsfällen in Thüringen.

Die DPA hatte am Dienstag gemeldet, dass es in der baden-württembergischen Landeshauptstadt noch keine Verdachtsfälle geben soll.

Die Stuttgarter Zeitung hatte am Dienstag berichtet, dass eine Messe in der Landeshauptstadt wegen des drohenden Virus’ verschoben werde - und der Flughafen über aufgestellte Schilder auf das Coronavirus aufmerksam machen wollte.

Coronavirus in Deutschland: Die Vorbereitung von Kliniken in Ulm und Göppingen

Auch in anderen Teilen Baden-Württembergs, in Ulm und Göppingen, werden Maßnahmen zur Vorbereitung auf das Coronavirus getroffen - etwa an der Uniklinik Ulm. In Göppingen haben auch die Alb-Fils-Kliniken Maßnahmen getroffen, sollten die ersten Fälle in der Region auftreten.

Kreis Göppingen

Zudem, so eine Recherche der Südwest Presse, decken sich Menschen mit Schutzmasken ein, um sich vor dem Virus zu schützen. Demnach soll ein Großhändler aufgrund der großen Nachfrage bereits einen Lieferengpass haben.

WHO ruft Internationalen Notstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die "größte Sorge" sei, dass sich das Virus auf Länder mit weniger gut ausgestatteten Gesundheitssystemen ausbreite, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Genf.

Was ist der Internationale Gesundheitsnotstand?

Der Internationale Gesundheitsnotstand ist eine Eskalationsstufe bei Ausbrüchen gefährlicher Krankheiten, die robustere Anstrengungen der Weltgemeinschaft zu Beendigung der Krise auslösen soll. Der Notstand hat zur Folge, dass die mehr als 190 Mitgliedsländer von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung untereinander koordinieren. Auf englich heißt der Notstand „Public Health Emergency of International Concern“ (PHEIC). Es wäre das sechste Mal, dass die WHO zu der Maßnahme greift. Das letzte Mal wurde der Notstand im Juli 2019 wegen der Ebola-Epidemie im Kongo ausgerufen.

Jetzt schon mehr Infektionen mit Coronavirus als bei Sars

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus hat die weltweiten Fälle bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren übertroffen. Mit 317 neuen Erkrankungen, die die Behörden der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina am Donnerstag berichteten, kletterte die Gesamtzahl weltweit auf mehr als 8100 Fälle.

An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation 8096 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Durch das neue Virus, das mit dem Sars-Erreger verwandt ist, sind bisher 170 Menschen ums Leben gekommen.

Coronavirus in 20 Ländern außerhalb Chinas

Außerhalb der Volksrepublik China sind (Stand Donnerstagabend) in rund 20 Ländern mehr als 100 Infektionen mit dem Virus gezählt worden. Darunter sind neben Deutschland auch Frankreich, Thailand, Japan, Malaysia, die USA, Finnland, Australien, Südkorea, Indien und die Philippinen. Vielfach sind die Infizierten Reisende aus China, aber es kommt zu neuen Ansteckungen außerhalb des Landes.

Japan und die USA flogen unterdessen als erste Länder eigene Staatsbürger aus der weitgehend von der Außenwelt abgeriegelten zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan aus, wo das Virus seinen Ausgang genommen hatte. Am Mittwochmorgen landete in Tokio eine aus Wuhan kommende Maschine mit rund 200 Japanern an Bord.

Deutschland plant Rückholaktion aus Wuhan

Die Bundesrepublik plant eine Rückholaktion für deutsche Staatsbürger. Wer mit einem Flugzeug aus Wuhan ausgeflogen werden möchte, müsse in Deutschland zwei Wochen in Quarantäne, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nach bisherigen Schätzungen geht es um rund 90 Bundesbürger. Mitfliegen könne nur, wer symptomfrei sei. Das Flugzeug der Bundeswehr soll in Frankfurt landen. Der Rückholflug war zunächst für Samstag geplant. Sicher war das aber auch am Donnerstag noch nicht. Wo genau die Passagiere nach der Landung untergebracht werden, werde noch abgestimmt, sagte Spahn.

Quarantäne: Menschen mit Symptomen in Klinik mit Isolierstation

Schon beim Flug seien Ärzte mit dabei, sagte René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Nach der Landung würden sie noch vor dem Aussteigen an Bord „gescreent“: Man werde sie befragen. „Wenn jemand über Symptome klagt, werden wir ihn rausnehmen und direkt in die Universitätsklinik fahren“, sagte Gottschalk. Dort gibt es eine Isolierstation. Alle anderen Passagiere würden in ein sogenanntes Medical Assessment Center gebracht: eine Halle am Flughafen, die für solche Fälle zum temporären Gesundheitszentrum umgebaut wird. Danach würden die Passagiere - unter Federführung des Bundes - zu einer Quarantäneeinrichtung gebracht.

Coronaviren: Risiko der Ansteckung für Menschen recht gering

Bei dem zuerst bekannt gewordenen Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich offenbar um die erste bekannte Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens. Bislang sei außerhalb des Ursprungslands China nur eine Übertragung von Mensch zu Mensch in Vietnam nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Bisher handelte es sich bei fast allen erfassten Infektionen in Frankreich, den USA, Thailand und anderen asiatischen Ländern um importierte Fälle. Die Betroffenen hatten sich bei einer Reise nach China infiziert. Lediglich ganz vereinzelte Fälle von Ansteckungen zwischen engen Familienangehörigen wurden bekannt, aber keine Übertragungen etwa auf Klinikpersonal, Arbeitskollegen oder Zufallskontakte.

Ein Ministeriumssprecher betonte: „Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der „Task Force Infektiologie“ des LGL und vom RKI derzeit als gering erachtet.“ Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

Coronavirus: Lufthansa streicht alle Flüge von und nach China

Wegen des Coronavirus streicht die Lufthansa alle Flüge von und nach China. Ein Schritt, den zuvor schon British Airways gegangen war.

Coronavirus: Auswirkungen auf Tourismusregion Schloss Neuschwanstein

Durch den Ausbruch des Virus ist auch die Tourismusregion rund um Neuschwanstein betroffen. Die chinesische Regierung hat Gruppenreisen ins Ausland bis auf Weiteres verboten. Welche wirtschaftliche Folgen das hat, ist noch nicht abzuschätzen.

Coronavirus-Verdacht auf Kreuzfahrtschiff

Eine Touristin aus China habe Symptome wie Fieber und Atemprobleme gehabt, wie auch ein Sprecher der Reederei bestätigte. Sie und ihr Mann waren laut Medien am 25. Januar am Flughafen in Mailand angekommen. Die Frau sei auf dem Schiff medizinisch versorgt und isoliert worden.

Coronavirus Stuttgart Coronavirus kommt immer näher

Stuttgart/Göppingen