Schwäbisch Hall/Michelfeld Verkehr kann wohl schon früher rollen

Gestern Morgen in Höhe des Autohauses Zech/Auto Löwen an der B 14: Der Lastwagen kippt heißen Asphalt, den er beim Mischwerk in Sulzdorf geladen hat, in den Fertiger. Der baut die schwarze Masse für die Tragschicht ein. Anschließend wird gewalzt.
Gestern Morgen in Höhe des Autohauses Zech/Auto Löwen an der B 14: Der Lastwagen kippt heißen Asphalt, den er beim Mischwerk in Sulzdorf geladen hat, in den Fertiger. Der baut die schwarze Masse für die Tragschicht ein. Anschließend wird gewalzt. © Foto: Jochen Korte
Schwäbisch Hall/Michelfeld / Jochen Korte 12.10.2018
Bislang läuft auf der Bundesstraße 14 und im Michelfelder Gewerbegebiet Kerz alles nach Plan. Das gilt auch für die Kosten.

Die Auto- und Lastwagenfahrer wissen mit der Großbaustelle an der Bundesstraße 14 umzugehen. Auch die Anlieger an den Umleitungsstrecken wie in Bibersfeld oder Michelfeld scheinen mit den Zusatzbelastungen durch erhöhtes Verkehrsaufkommen klarzukommen. Gute Nachrichten gibt es auch von der Bauleitung: „Die B 14 wird am Freitag nächster Woche gegen 13 Uhr, einen Tag früher als geplant, freigegeben“, erklärt Bauleiter Thomas Kistinger von BIT-Ingenieure aus Öhringen. Die Sanierung war erforderlich, weil die Straße einer Holperpiste glich und verdrückt war.

„Es gibt keine direkten Beschwerden“, sagt der Michelfelder Bürgermeister Wolfgang Binnig am Dienstag. Auch von der Schule, die in der Nähe an der Umleitungsstrecke nach Bibersfeld liegt, seien ihm keine Unmutsbekundungen bekannt. Gleichwohl: Der Verkehr bringe zusätzliche Belastungen der Bürger mit sich, die wolle er gar nicht kleinreden. „Aber wie hätte man es sonst machen sollen?“, schiebt er als rhetorische Frage hinterher.

Lastwagen suchen andere Wege

Die Bibersfelder Ortsvorsteherin Ute Fritz ist ebenfalls erleichtert, dass der Verkehr mehr oder weniger reibungslos fließt. „Am ersten Tag der Umleitung war es chaotisch. Autos, wohin man sah. Von Bibersfeld bis zur Kreuzung am Luckenbacher See brauchten Autofahrer eine halbe Stunde“, blickt sie kurz zurück. Doch schon am zweiten Tag habe sich der Verkehr besser verteilt. Das betreffe auch den Schwerlastverkehr. „Die Fahrer suchen sich andere Wege. Sie wollen lieber auf Vorfahrtsstraßen bleiben und nicht immer Vorfahrt gewähren müssen“, lautet ihre Analyse. Die, die sich auskennen würden, umführen den Baustellenbereich großräumig. Seit der Vollsperrung der Strecke von Hütten nach Wielandsweiler „kommt aus der Richtung auch kaum noch etwas“. Dieser Zustand wird auch noch bis voraussichtlich zum 20. Oktober anhalten, denn das Regierungspräsidium Stuttgart lässt auf der Landesstraße 1050 zwischen Wielandsweiler und dem Ortseingang von Hütten 600 Meter der Fahrbahn erneuern und auf sechs Meter Breite ausbauen. Die Hüttener Bürger warten seit Langem darauf, denn der Ausbau war schon seit Jahren angekündigt.

Momentan wird auf der B 14 auf dem letzten Abschnitt zwischen Kerz und dem Rinnener Sträßle in Fahrtrichtung Hall gearbeitet. In Richtung Michelfeld ist die Straßenhälfte, über die der Verkehr einspurig rollt, schon seit Tagen fertig.

Auf dem letzten Stück wird seit Donnerstag die Tragschicht eingebaut, am Freitag soll die Binderschicht folgen. „Am Montag ist die Deckschicht dran“, lauten die Vorstellungen von Thomas Kistinger. Am Dienstag und Mittwoch könnten die Markierungen aufgetragen, die Ampeln aufgestellt und die Fugen an der Mittelnaht zuerst aufgeschnitten und dann ausgegossen werden. So wird sichergestellt, dass an der Nahtstelle kein Wasser  in die Fahrbahn dringen kann. Dann kommt die Abnahme. Auch zu den Kosten hat der Fachmann gute Nachrichten. Obwohl man an einigen schadhaften Stellen mehr Material aus dem Unterbau habe herausnehmen müssen als vorgesehen, bleibe es bei rund 700.000 Euro brutto.

Im Kerz laufen die letzten Arbeiten an den Geh- und Radwegen. Dort wird der Asphaltfeinbelag aufgetragen und am Dienstag und Mittwoch, so ist es vorgesehen, mit der Beschilderung und den Restarbeiten auch dieser Part beendet. „Dann ist im Kerz alles fertig“, meint Kistinger. Dazu gehören auch die Hochbauarbeiten am Regenklär- und Rückhaltebecken ganz im Süden des Gewerbegebiets und schon auf Rosengartener Gemarkung. Dort wird das Oberflächenwasser vorgeklärt und Kraftstoffrückstände sowie Reifen- und Bremsabrieb abgeschieden. Das Wasser wird später in die Bibers fließen. Im Frühjahr sollen die Arbeiten an der  Planstraße 4, die am Gefängnis vorbei ­über die
Friedrich-­Groß-­Straße und die Max-­Bühler-Straße am Luckenbacher See auf die B 19 führt, starten. Auf der Großbaustelle sind im Schnitt 25 bis 40 Arbeiter beschäftigt. Dazu gehören die Asphaltkolonnen, Bauarbeiter und Rohrverleger.

Das Wetter stimmt – das Tempo der Autos nicht

Das milde und trockene Wetter spielt den Bauarbeitern in die Karten. Der Puffer, der für Regentage vorgesehen war, wird aller Voraussicht nach nicht gebraucht. Die B 14 soll, wenn alles so weiterläuft wie bisher, schon am Freitag kommender Woche wieder in beiden Richtungen freigegeben werden.

Hat Thomas Kistinger denn in der Bauzeit gar nichts geärgert? „Aus dem Alter bin ich raus“, antwortet er schlagfertig. Und dann gibt es da aber doch etwas: „Im Baustellenbereich der B 14 gilt Tempo 30. Aber viele fahren nicht nur 50, sondern 70 km/h. Das ist für die Bauarbeiter direkt nebenan wirklich gefährlich“, mahnt Kistinger zu Zurückhaltung beim Tempo. Er hätte sich die ein oder andere Radarkontrolle gewünscht. Dann würde tatsächlich langsamer gefahren.

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