Kosmetik Schminken für Anfänger

Sonja Alexa Schmitz 13.02.2019

Die zehn Mädchen, die an diesem Samstagnachmittag ins Haus der Bildung gekommen sind, sind jung und hübsch. Keiner würde in ihren Gesichtern Lippenstift oder Rouge vermissen. Außer vielleicht sie selbst. „Ich bin hier, weil meine Tante mich angemeldet hat“, sagt die 13-jährige Cora schüchtern. Lea (14) sagt, dass sie sich jeden Tag schminkt. Das macht auch Sophie, ebenfalls 14 Jahre alt. Lara (13) legt sich nicht fest, mal schminkt sie sich, mal nicht. Und auch die Jüngste, die zwölfjährige Tara, nimmt öfter mal Schminksachen zur Hand. Greta ist 15 Jahre alt und hat sich bisher nur daheim geschminkt, versuchsweise.

Die Mädchen sollten ungeschminkt erscheinen, die Haare am besten nach hinten zusammengebunden. Vor ihnen ist jeweils ein kleiner Spiegel aufgestellt. Drei Pinsel und ein Schwämmchen liegen auf den Tischen bereit. Außerdem ein Blatt mit einem aufgezeichneten Gesichtsumriss und ein paar Zeilen, auf denen sich die Schminklehrlinge Notizen machen können.

Tagescreme reicht aus

Gabriela Modisch, Kursleiterin des „Young Girl Make-up“-Kurses für Mädchen von 13 bis 17 Jahren, bittet Greta, auf einem Stuhl in der Mitte der u-förmig angeordneten Tische Platz zu nehmen. Die Visagistin möchte gerne an ihr vormachen, wie man Pinsel und Stift richtig ansetzt.

Gretas Haut ist leicht rötlich, darum empfiehlt Modisch, Make-up zu nehmen, weil es abdeckt. Es habe eine Pigmentierung von 20 Prozent. Concealer sogar zwischen 20 und 50 Prozent, erklärt die Kursleiterin. „Wer benutzt getönte Tagescreme?“, fragt sie. Niemand. „Und wer Make-up?“ Sechs Mädchen melden sich bei Make-up, ebenfalls sechs benutzen Concealer. Das fasziniert die Visagistin. „Normalerweise habe ich solche Antworten in Kursen mit erwachsenen Frauen. Eure Haut ist noch wie ein Babypopo. Für euch würde eine getönte Tagescreme ausreichen.“

Mit einem Pinsel trägt Modisch ein helles Make-up auf Gretas Haut auf. Ob die Farbe ideal ist, testet sie vorab mit einem Strich, der von der Wange zum Hals geht. Der Ton sollte nur eine Nuance heller oder dunkler sein als die Hautfarbe, sonst wird das Make-up zur Maske. Gabriela Modisch, die seit 2014 Kurse an der Volkshochschule in Hall und Obersontheim gibt, appelliert: „Macht lieber weniger. Eine getönte Tagescreme reicht. Es sei denn, ihr habt Rötungen oder Pickelchen, die ihr abdecken wollt.“

Die Rötungen auf Gretas Gesicht sind nun verschwunden. Die Augenbrauen hat der Make-up-Artist auf der einen Seite mit einem Stift, auf der anderen mit einem Puder akzentuiert. „Die Augenbrauen sind der Rahmen des Gesichts. Es lohnt sich, sie zu betonen.“ Aber gewusst wie! Es gibt eine höchste Stelle über dem Auge, bis dahin soll die Augenbraue breit sein, weiter nach unten wird der Strich feiner. Die Farbe für die Brauen sollte nur leicht von der Haarfarbe abweichen.

Highlighter, den einige der Mädchen verwenden, ist heller als die Haut. Und alles, was heller ist, macht Volumen. „Wenn man eine schmale Nase hat, dann könnt ihr sie mit einem hellen Strich auf dem Nasenrücken verbreitern“, erklärt Modisch. Bei den Farben gelte: Beige für den Alltag und Weiß für den Abend.

Kussmund oder breites Lächeln

Weiter geht es Gesicht abwärts zum Rouge. Wer einen hellen Teint hat, soll Rosa nehmen. Dunklere Hauttypen brauchen Apricot oder Bronze. Rouge mache das Gesicht frischer. Und man kann damit dem Gesicht Kontur geben. Wer ein breites Gesicht hat, solle beim Auftragen einen Kussmund machen, schmale Gesichter sollen lächeln. Nach der Theorie kommt die Praxis. Mit dem neu erworbenen Wissen greifen die jungen Frauen selbst zu Pinsel und Farbe und probieren sich aus.

Auch wenn Modisch immer wieder Fragen stellt, um die Mädchen aus der Reserve zu locken, bleiben diese doch zurückhaltend. Eine gemütliche „Mädchen unter sich“-Stimmung will an diesem Nachmittag nicht aufkommen.

Überschrift Infokasten

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