Der Lebenslauf von Leila Rothmund ist wie ein passendes Mosaik. „Man lernt immer was dazu“, lächelt sie selbstbewusst zu den Fügungen des Lebens. Die Begegnungen mit Menschen in all ihren Facetten seien ihr besonders wichtig.

Aufgewachsen in einem Dorf bei Geislingen an der Steige geht sie nach dem Abitur in die Fremde. In Irland arbeitet sie ein Jahr als Au-Pair-Mädchen und beginnt dann in Köln ein Studium der Sonderpädagogik. „Ich habe aber nach zwei Semestern abgebrochen“, bedauert Rothmund. Nicht etwa, weil sie schlechte Ergebnisse gemacht hätte. „Aber ich wollte endlich arbeiten, etwas Praktisches machen“, erklärt sie den Schritt. Und schließt dem eine zweijährige Ausbildung zur „Europasekretärin“ an. „Ich bin IHK-geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin“, berichtet sie.

Als Assistentin des Flottenchefs der DRF-Luftrettung in Karlsruhe habe sie bemerkt, wie wichtig ihr „Gutes tun“ und das Arbeiten mit Menschen seien. „Auch das kann ich nun in meiner neuen Situation“, meint Rothmund. Die Volkshochschule von innen kennt sie seit 2016, denn damals habe sie erstmals einen „Achtsamkeitskurs“ angeboten.

Ihren Lebenslauf unterscheidet Rothmund in den „offiziellen“ in Form von beruflichen Anstellungen und den anderen, den der Heilpraktikerin. Denn nebenberuflich habe sie in Karlsruhe die Ausbildung zur Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Psychotherapie gemacht.

2015 sei sie ihrem damaligen Mann nach Hohenlohe gefolgt und habe deshalb bei der Arbeiterwohlfahrt in Hall eine neue Aufgabe im Bereich Personal angenommen. Ab 2017 bis Ende September 2018 betreut sie beim Bildungsträger BBG in Crailsheim arbeitslose Menschen mit schweren Behinderungen. „Die Arbeit dort hat mir sehr gut gefallen“, schließt sie ihre Vita. Doch dann habe parallel die damalige Fachbereichsleiterin Dr. Brigitte Gary alle Dozenten angeschrieben, dass sie sich verändere und ihre Stelle neu besetzt würde.

„Schon vorher habe ich immer gedacht, dass das ein toller Job ist, den sie macht“, sinniert Rothmund. Aber erst da habe sich bei ihr das Gefühl entwickelt, dass sie den richtig gern selbst machen wolle. „Als ob mir die Stelle wie auf dem Silbertablett serviert wird“, sei es ihr vorgekommen. Unter den 24 Bewerbern fiel die Wahl auf Leila Rothmund. „Das ist eine Chance und Herausforderung“, ist sie glücklich.

Nach knapp drei Wochen im Amt habe sich noch kein richtiger Alltag eingespielt, wenngleich sie viele Entfaltungsmöglichkeiten sehe. „Planen, planen, planen“, das sei derzeit ihre Aufgabe gemeinsam mit den fast 90 Dozenten im weit gefassten Bereich „Gesundheit“ zwischen Bewegung, Information und Kochkursen. Ideen weiterzuentwickeln, Texte ansprechend zu schreiben und die Räume und Zeiten passend für die Dozenten und Volkshochschüler zu vergeben, seien herausfordernd. Dazu müsse das Angebot wirtschaftlich gut kalkuliert werden. Im vergangenen Jahr gab es 595 Kurse mit rund 7300 Teilnehmern.

Frauenwirtschaftstage Frauen und die digitale Zukunft

Crailsheim

Auch neue Ideen für künftige Semester hat sie mitgebracht: So will Rothmund gern mehr Seminare speziell für Männer und junge Erwachsene aufnehmen. „Und auch mal einen ‚Feel Good’- Kurs einrichten“, sinniert sie, etwas, von dem man lese und sich dann sage: Das gönne ich mir.

Sie selbst sei mit Biokost aufgewachsen. „Als Kind fand ich das doof und hab‘ mir schon mal vom Taschengeld eine Tiefkühl-Pizza gekauft“, lacht sie bei der Erinnerung. Doch heute finde sie es gut, da passe auch der Bereich Ernährung an der VHS dazu.

In ihrer Freizeit hört Rothmund gerne Musik – Indie, Pop oder Folk –, verbringt Zeit mit ihrer fünfjährigen Tochter und besucht Konzerte. „Was im Anlagencafé läuft, gefällt mir eigentlich immer“, fasst sie zusammen. Fit halte sie sich durch Yoga. Im laufenden Semester werde sie die unterschiedlichsten Gesundheitskurse besuchen. „Vor den Power-Bewegungsangeboten habe ich ordentlich Respekt“, lacht die 34-Jährige.

Geislingen, Irland, Köln, Karlsruhe, Schwäbisch Hall


Leila Rothmund wurde 1984 in Geislingen an der Steige geboren, wo sie auch zur Schule ging. Nach einem Au-Pair-Jahr in Irland wurde sie in Köln Europasekretärin. Mehrere Jahre arbeitet Rothmund als Assistentin bei der Luftrettung in Karlsruhe. 2012 hat sei die nebenberufliche Ausbildung zur Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Psychotherapie abgeschlossen und seitdem freiberuflich in Teilzeit praktiziert. Anfang 2015 zog Rothmund nach Schwäbisch Hall in den Ortsteil Hessental und hat einen Praxisraum im Gesundheitsforum in Steinbach. Sie arbeitete bis 2017 als Assistentin bei der AWO und dann beim Bildungsträger BBG in Crailsheim. Seit 2016 war sie an der Haller Volkshochschule als Dozentin auf Honorarbasis tätig. Rothmund ist geschieden und hat eine Tochter (geboren 2013). Seit Oktober 2018 ist sie Fachbereichsleiterin Gesundheit der Volkshochschule Schwäbisch Hall.