„Älder werde isch nix für Faigling!“ – das Zitat frei nach der amerikanischen Schauspielerin Bette Midler hat Rainer Ertl zum Titel seines Vortrags gewählt. Immer wieder spricht er darüber bei Seniorengruppen – der Großaltdorfer weiß selbst genau, wovon er redet. Denn Ertl ist einer, der sich reinhängt in Themen. Er ist seit mehr als 30 Jahren ÖDP-Mitglied und wurde zweimal in den Kreistag gewählt, 2010 schied er aus. Ertl ist im Kreisseniorenrat aktiv, im Forum katholische Seniorenarbeit im Dekanat Hall, er hat das Generationenbündnis Vellberg mitgegründet und einiges mehr.

Aber seine Gesundheit hat ihm auch schon Grenzen aufgezeigt. „Ich merke, dass ich weniger tun muss“, gestand Ertl bereits vor seinem Siebzigsten. Sein Kopf habe das schon kapiert, „aber die Seele muss noch hinterherkommen“, meinte er augenzwinkernd. Heute wird der frühere Gemeinde­referent der katholischen Kirchengemeinden in Großallmerspann, Braunsbach und später Crailsheim 75 Jahre alt.

Geboren wird Rainer Ertl am 15. Februar 1944 in Stangendorf (Nordmähren). Zwei Jahre später wird die Familie vertrieben. Ertl wächst in Oberjesingen und Heilbronn auf. Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er Ingenieur werden sollen. Rainer Ertl absolviert auch eine Maschinenschlosserlehre, merkt aber schnell: „Das ist nichts für mich.“ Die kirchliche Jugendarbeit hat ihn viel mehr fasziniert. In München studiert er Sozialpädagogik, arbeitet von 1968 bis 1978 als Jugendreferent fürs Dekanat Ravensburg, wechselt dann nach Hohenlohe. Die Arbeit mit Menschen, besonders mit Senioren, liegt Rainer Ertl am Herzen. Seit jeher ist dem pragmatischen „Alltagschristen“ dabei das Miteinander wichtig.

1969 heiratet Ertl, gemeinsam mit seiner Frau Agnes zieht er drei Kinder groß. Seit 1986 leben die Ertls im alten Bahnhof in Großaltdorf. Ehe sie ins Alter kommen, wollten sie ihn verkaufen. Das klappte nicht. Also wird altersgerecht renoviert – viel Arbeit. Die Ertls betrachten das kurzerhand als Training. So wird man gelassen älter.

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