Irgendwie scheint alles locker improvisiert zu sein beim Liederkranz Ruppertshofen-­Leofels. Ganz spontan, als hätten sie es sich gerade erst ausgedacht. Fröhlich plaudernd begrüßt Vorstand Oliver Paul die zahlreichen Gäste – unter ihnen auch zwei Bürgermeister mit Ehefrauen: der amtierende, Martin Blessing, und der Ruheständler, Roland Wurmthaler. Und ebenso ungezwungen und humorvoll führt Roland Beck in breitem Hohenlohisch durchs Programm.

Auch der Männerchor stellt sich auf, als sei‘s nur eine Probe und nicht schon die Premiere der Jahresfeier. Doch wenn die Burschen dann singen, stimmt die Intonation, klappt jeder Einsatz und bringt der schwungvolle Rhythmus das Publikum in Stimmung. Chorleiterin Monika Förnzler muss nur mit dem Finger schnippen und schon spuren ihre Mannen. So geht Chorgesang vom Feinsten.

Es war ein harter Kampf

Dabei sei es wieder „ein harter Kampf gewesen, den die Monika mit uns ausfechten musste, bis alle Lieder saßen“, gesteht Oliver Paul am Schluss. Doch sämtliche Mühen haben sich gelohnt, finden die Zuhörer im eng besetzten Saal der Kirchengemeinde und geizen nicht mit Applaus.

„Ein Kessel Buntes“ lautet das Motto der Jahresfeier. Wie man sich das bildlich vorzustellen hat, zeigen der ortsverbundene Trickfilmer und Karikaturist Jochen Ehmann auf dem Programmheft und Heike und Jürgen Schroth in Bühnenbild und Saal-Dekoration. Nicht nur die originellen Songs des Männerchors heizen den Kessel mächtig an. Die Frauentanzgruppe in Krachledernen sorgt mit ihrem bayrischen Schuhplattler ebenso für großes Hallo wie der Tross der Männer, der Grüße von Astro-Alex, dem „ersten Hohenloher im All“, überbringt und als Mondflieger über die Startrampe düst.

Jubiläum wird im Mai gefeiert

In diesem Jahr wird der Liederkranz Ruppertshofen-Leofels 175 Jahre alt, was im Mai gebührend gefeiert werden soll. Um einen 75. Geburtstag geht es im einaktigen Schwank. Die schrullige Jubilarin inmitten einer chaotischen Familie ist eine Paraderolle für Ilse Hofmann.

Unter der Leitung von Hermine Prosy haben auch Rainer Schroth, Tanja Walter, Felix Schneider und Marleen Schroth in den Rollen von Opa, Schwiegertochter, Sohn und Enkelin die Lacher auf ihrer Seite. Als Bürgermeister und Freundin der Familie ergänzen Andre Krauß und Karin Kümmerer die fidele und bestens aufgelegte Truppe.

Eine Art Selbsthilfegruppe sei die Spezialformation „Die Scherrbachtaler“, verrät Oliver Paul. Mit ihrer selbstverfassten Autohymne „Mein Karren fährt Diesel bis in alle Ewigkeit“ müssen die Sänger erst mal Dampf ablassen über „diesen blöden Feinstaubscheiß“.

Die Toten Hosen haben mit ihrem Titel „An Tagen wie diesen“ die Melodie dazu geliefert. Eine überraschend witzige Wendung nimmt auch die vermeint­liche Herzschmerz-Schnulze „Ohne dich“. Mehr soll aber mit Rücksicht auf die Besucher der nächsten drei Aufführungen am kommenden Wochenende an dieser Stelle nicht verraten werden.

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