Aus allen vier Richtungen kam es zu Zusammenstößen, weil die Unfallverursacher die Vorfahrt der im Kreisverkehr befindlichen Verkehrsteilnehmer missachtet haben. Dies verdeutlicht erneut, wie notwendig der bereits geplante Ausbau des Kreisverkehrs ist.“ Regelmäßig mahnt der städtische Fachbereich Bürgerdienste und Ordnung Veränderungen am Minikreisel Berliner Straße/Neue Reifensteige an. Jeden zweiten Monat kracht es dort. Im Jahr 2018 gab es drei Verletzte und die Sachschäden summierten sich auf 66.000 Euro. Bürger und Stadträte fordern seit Jahren, dass diese Unfallhäufungsstellen, von denen es sechs in der Stadt gibt, beseitigt werden.

„Es gab ja den Aufruf, Gas zu geben“, bemerkt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim in einer der vielen Gemeinderatssitzungen vor der Sommerpause. Ob Bürger in Leserbriefen oder Stadträte: Vielen ist nicht klar, warum man zuerst den Kreisverkehr am Bahnhofsareal baut (für dieses Projekt ist die Neue Reifensteige aktuell gesperrt), nicht aber den Kreisel oben an der Berliner Straße. Anfang nächsten Jahres soll der Querschnitt des Kreisels von 21 auf 32 Meter vergrößert werden.

Für die Zeitverzögerung bei der Planung gebe es mehrere Gründe, argumentiert Baubürgermeister Peter Klink: „Es gab das Problem, dass das Planungsbüro nicht mehr zur Verfügung stand.“ Andere Experten mussten sich einarbeiten. Es sei zudem nicht möglich, zwei Kreisel zeitgleich auf der Neuen Reifensteige anzulegen.

Der Kreisel am Sonnenhof erhält eine seitliche Abkürzung. „Es wird einen Bypass für die Fahrzeuge geben, die vom Luckenbacher See kommend ins Schulzentrum abbiegen“, berichtet Klink. Der Grund: Viele Fahrzeuge nutzen diese Richtung. Durch diese Veränderung könne nun auch wieder der Zebrastreifen aufgemalt werden, da er zwei Mittelinseln erhält. Stadt-Pressesprecherin Pia Reiser nennt den aktuellen Stand: „Die Ausschreibung für den Bau des Kreisverkehrs am Sonnenhof wird gerade vorbereitet. Ziel ist, die Arbeiten noch in diesem Jahr zu vergeben, damit mit dem Bau begonnen werden kann, sobald es die Witterung im Frühjahr 2020 zulässt.“ Die Kosten des Baus werden mit gut einer Million Euro veranschlagt.

Schwäbisch Hall

Bei der Kreisverkehr-Planung wird die Wartezeit einkalkuliert

Experten erwarten, dass der vergrößerte Durchmesser dazu führt, dass die Kreuzung sicherer wird. Allerdings dämpfen die Planer die Hoffnungen ein wenig: „Eine nochmalige Überprüfung der Daten mit dem Prognoseraum bis 2030 durch ein weiteres Büro hat ergeben, dass der Kreisverkehr in der geplanten Form in der Leistungsfähigkeit mit drei Straßen in der Qualitätsstufe B, mit einem Ast in der Qualitätsstufe C liegt“, steht in der Vorlage. „B“ bedeutet eine mittlere Wartezeit von unter 20 Sekunden, bei „C“ geht man zu Stoßzeiten von bis zu 30 Sekunden Wartezeit aus.

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Schwäbisch Hall

Durchmesser der Kreisverkehre im Stadtgebiet


Alte Hessentaler Straße: 23  Meter

Grundwiesensiedlung: 24 Meter

Steinbeisweg: 28 Meter

Neue Reifensteige/Bahnhofsareal:
30 Meter – in Bau

Steinbach Stadtwerke:
31 Meter

Einkornstraße:
31 Meter

Neue Reifensteige/Berliner Straße: 32 Meter – in Planung

Bühlertalstraße/Sonnenrain: 36 Meter

Otto-Hahn-Straße:
38 Meter

Bühlertalstraße/Mittelhöhe: 40 Meter

Diak: 40 Meter

Max-Bühler-Straße: 40 Meter

Bühlertalstraße/Gründle: 45 Meter

Eugen-Bolz-Straße:
45 Meter

Crailsheimer Straße: 45 Meter

Europaplatz: 46 Meter