Jetzt müsste nach Ende des Wettbewerbs ein Büro beauftragt werden, den Haalplatz vollends durchzuplanen. Das sieht der Zeitplan vor. Doch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim tritt in der Gemeinderatssitzung am Montagabend auf die Bremse. Der Preis für die Umgestaltung des Haalplatzes wird auf 4,6 Millionen Euro geschätzt. Die bisher im Haushalt vorgesehenen Mittel sind in etwa halb so hoch. Die Kosten für den Unterwöhrd könnten 2,4 Millionen Euro betragen.

Kein Konsens in der Debatte um den Haalplatz

Es geht nicht nur ums Geld. „Wir haben die Diskussion im Vorfeld der Gemeinderatswahl verfolgt“, berichtet Pelgrim. FDP und FWV brachten eine bereits abgelehnte Tiefgarage erneut ins Spiel. Sieder forderten mehr Akzente aufs Salz, Ärzte mehr Parkplätze. Die Verwaltung schlägt nun vor, dass der Sieger des Wettbewerbs, Franz Reschke aus Berlin, mit den Hallern in einen Dialog tritt, um eine „Akzentuierung und Erlebbarmachung authentischer Objekte“ zu entwickeln.

Für ein Planungshonorar von 110.000 Euro sollen die Berliner Architekten einen verbesserten Vorentwurf entwickeln. Die Umgestaltung des Unterwöhrds will Pelgrim hingegen forcieren und 2020  umsetzen. Das Büro Franz Reschke soll daher für 123.000 Euro möglichst bald einen Entwurf liefern.

Planung in der Kritik

Die Diskussion darüber lässt im Gemeinderat nicht lange auf sich warten. „Zweifellos wurde beim Haalplatz ein großes Wettbewerbsverfahren gemacht. Herausgekommen ist eine Maus“, sagt Ludger Graf von Westerholt, CDU-Fraktionschef.

„Wenn eine Maus herausgekommen ist, dann ist es eine teure“, ergänzt Nikolaos Sakellariou, SPD-Fraktionssprecher. „Wir haben Gesprächsbedarf.“ Daher wird im Rat noch nicht abgestimmt, sondern nur diskutiert. Hartmut Baumann, FWV-Fraktionssprecher wirft ein: „Die Tiefgarage ist bei der Bevölkerung noch nicht weggedacht.“ Es sei falsch, jetzt für 4 Millionen Euro die Geschäftsleute vor den Kopf zu stoßen und Parkplätze wegzunehmen. Thomas Preisendanz (FDP) sieht das auch so: „Unsere Fraktion hat eine Meinungsänderung hin zu einer Tiefgarage gemacht.“

Eine Fürsprecherin

Andrea Herrmann, Grünen-Sprecherin, mahnt: „Ich warne davor, das Ganze  zu begraben.“ Ellena Schumacher Koelsch (Die Linke) sagt: „Es bleibt ein nackiger Platz, es wird heiß. Der Entwurf ist nicht lebendig genug.“ Damiana Koch (Bunte Liste) wittert eine Verschwörung: „Die großen Gewinner sind die Freilichtspiele.“ Der „sehr intelligente und begabte OB“ sei mit einer Haalplatz­sanierung gestartet und heraus käme ein  neuer Vorplatz fürs Theater, dessen Vereinsvorsitzender er ist. Das weist Pelgrim zurück. Er sei kraft Amtes auch Vorsitzender von Alt Hall und damit auch den Siedern verpflichtet.

Baubürgermeister Peter Klink zeigt sich kämpferisch: „Wir hatten uns vorgenommen, den Haalplatz umzugestalten.“ Alle hätten zugestimmt, auf eine Tiefgarage und auf Hochbauten zu verzichten. 20 Planer hätten im Wettbewerb Entwürfe vorgelegt, einstimmig wurde ein Sieger bestimmt. „Wenn wir jetzt aussteigen, bleiben wir den Beweis schuldig aufzuzeigen, wie es geht.“

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