Das Gerücht hält sich wacker: Der Imbiss Merz am Haalplatz schließe zum Jahresende. Stimmt das? Anneliese Merz sollte es wissen. Die 68-Jährige ist die Betreiberin. Auf Nachfrage erklärt sie: „Ich höre nicht auf!“

Allerdings, das gesteht sie ein, gibt es einen wahren Kern. Die Wirtin hat einen Schlaganfall überstanden. Die Kräfte zehren an ihr. Ihr Ehemann Peter Merz ist bereits 2011 verstorben. Dass der 39-jährige Sohn Florian den Betrieb alleinverantwortlich mit zwei Halbtagskräften fortführt, sei undenkbar. „Sie brauchen hier mindestens zwei, die den ganzen Tag da sind.“ Zuverlässige Mitarbeiter zu finden, sei aber ein „Riesenproblem“. Zudem rechne sich der Betrieb mit zusätzlichem Personal kaum, da der wirtschaftliche Druck durch das große gastronomische Angebot in der Innenstadt deutlich zugenommen habe. Früher oder später könnte die Ära Merz also doch enden.

Bleibt der Imbiss an der Stelle?

Vor rund 60 Jahren hatte Ludwig Merz seinen Imbiss eröffnet. Dessen Sohn Peter Merz übernahm diesen 1976 mit seiner Frau Anneliese. 25 Jahre lang stand eine hölzerne „Wurschdbud“ am Sulferturm. 2003 hat die städtische Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft direkt gegenüber den heutigen gläsernen Bau errichtet. Da war auch Sohn Florian mit eingestiegen.

„Die Erbpacht läuft 20 Jahre, bis 2023“, so die Betreiberin. Die GWG sei kooperativ und hätte ihr ein vorzeitiges Ende mit teilweiser Rückerstattung der vorgeschossenen Pacht ermöglicht. Zu den laufenden Kosten gehöre auch Miete für den Grund. „Mir ging es dann aber besser. Am liebsten würde ich gar nicht aufhören.“ Dass es nicht ewig weiter geht, sei klar. Dazu kommt, dass im Siegerentwurf zur Haalplatz-Umgestaltung der Imbiss einige Meter verlegt ist. Unklar, wie der Rat über den Vorschlag entscheidet. Die Umgestaltung könnte 2020 beginnen. Ob die Familie einen Umzug überhaupt noch mitmacht, darüber habe sie sich keine Gedanken gemacht, so Anneliese Merz.