Schwäbisch Hall Die frühere SPD-Kreisrätin Barbara Kühn wird 75

Im Jahr 2005 erhält Barbara Kühn die Willy-Brandt-Medaille. Ihr gratulieren (von links) Walter Müller, der im Dezember 2012 verstorbene Dieter Vogt und Nikolaos Sakellariou.
Im Jahr 2005 erhält Barbara Kühn die Willy-Brandt-Medaille. Ihr gratulieren (von links) Walter Müller, der im Dezember 2012 verstorbene Dieter Vogt und Nikolaos Sakellariou. © Foto: Archiv/Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Monika Everling 22.01.2019
Die frühere SPD-Kreisrätin Barbara Kühn wird heute 75 Jahre alt. Nach einem Schlaganfall lebt sie zurückgezogen. Sie feiert im kleinen Kreis.

„Ich lebe jetzt eher zurückgezogen. Aber telefonisch habe ich noch Kontakt zu den Freunden von der SPD, und meinen Humor habe ich auch nicht verloren“, berichtet Barbara Kühn. Die früher so energiegeladene Frau hatte vor zwei Jahren einen Schlaganfall, seither hat sie ein bisschen Probleme mit dem Sprechen und dem Gehen. „Aber im Kopf ist alles noch g’rad“, sagt sie froh.

Heute feiert die über viele Jahre sozial engagierte Frau ihren 75. Geburtstag. Dazu hat sie drei Frauen eingeladen, mit denen sie schon seit mehr als 50 Jahren befreundet ist. Es waren einst ihre Kolleginnen. Denn Barbara Kühn arbeitete bei der Rentenstelle, auch um die Zeit herum, als ihre beiden Töchter geboren wurden. „Die Kinder waren zum Teil bei der Oma, zum Teil konnten sie von meinem Mann betreut werden, der als Hausmeister im Schulzentrum in Schichten gearbeitet hat“, berichtet Kühn.

Später hat Barbara Kühn sich auch ehrenamtlich engagiert. Sie ist 1983 in die SPD eingetreten, weil die CDU im Stadtrat beschlossen hatte, die städtischen Altenheime aufzulösen – deren Heimverwalterin sie war. Alle Bewohner mussten ins Pflegeheim auf dem Teurershof umziehen.

Das hat Kühn empört, auch dass das frühere städtische Sozialamt ans Landratsamt abgegeben wurde. „Inzwischen läuft das ja auch, aber damals war es einschneidend. Man war einfach nicht mehr so nah dran an den Leuten“, sagt Kühn rückblickend.

Sie wurde 1995 stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Hall und blieb das bis 2004. Ab 1994 war sie Kreisrätin. Kühn bedauert, dass Frauen in der Politik noch heute unterrepräsentiert sind. „Aber ich weiß auch nicht, wie man das ändern kann.“ Sie engagierte sich außerdem im Vorstand der Awo, im VdK, war Schöffin im Haller Amtsgericht und im Landgericht Heilbronn sowie in der Kammer für Kriegsdienstverweigerer in Heilbronn.

Heute erfreut sie sich vor allem an ihrem dreijährigen Urenkelkind. „Wir besuchen uns gegenseitig oft, und wir telefonieren gerne.“ 

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