Die 30 Prozent sind für den kurz nach Wahlschluss aufgeregt wartenden Damian Komor die magische Hürde. „Da wäre ich zufrieden. Alles darüber wäre traumhaft.“ Immerhin geht der amtierende Schultes,  der 2010 mit 26 Jahren zum damals jüngsten Bürgermeister im Land gewählt worden war, ohne Gegenkandidaten ins Rennen um den Mainhardter Chefsessel.

Als der erste stellvertretende Bürgermeister Tillmann Schoch, der zugleich Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses ist, gestern dann um 18.55 Uhr das  Wahlergebnis verliest, brandet bei den mehr als 100 Bürgern lauter Applaus auf. „Das ist die erste Wiederwahl. Eine spannende Geschichte“, sagt Schoch – und fügt hinzu: „Überzeugend! Ein sehr schönes Wahlergebnis.“

100 Prozent im Ammertsweiler

Die Wahlbeteiligung liegt mit 41,2 Prozent deutlich höher, als von Komor erwartet. Von den 4854 Wahlberechtigten geben 2002 ihre Stimmen ab. Davon entfallen 1923 auf den heute 34-Jährigen, das sind 97,3 Prozent. In Wahlbezirk Ammertsweiler erreicht Komor gar die 100er-Marke.

Der Wiedergewählte zeigt sich beeindruckt von den Zahlen. „Dass nun eine 4 bei der Wahlbeteiligung davor steht, freut mich umso mehr.“ Das sei eine „tolle Motivation“ für weitere acht Jahre „gute Zusammenarbeit in der Gemeinde“. Als er sich zu seiner Frau Monika sowie den beiden Kindern Luca (3) und Lara (1) dreht, um den „wichtigsten Dank an die Familie“ zu richten, da ist auch der Schultes von den Gefühlen übermannt – und die Stimme versagt kurz. Er rettet sich aber mit der Einladung der Gäste zur Wahlparty mit Freibier ins Hotel Schoch.

Erst vergangene Woche war in Bühlertann ein ebenfalls junger Bürgermeister in seine zweite Amtszeit gewählt worden. Michael Dambacher erhielt bei 44,19 Prozent Wahlbeteiligung 98,23 Prozent der Stimmen. Bei der Bürgermeisterwahl in Michelfeld am 2. Juli 2017, bei der es ebenfalls nur einen Kandidaten gab, waren nur 34,15 Prozent der Berechtigten zur Wahl gegangen.

Vergleichszahlen, die gestern Abend im Mainhardter Rathaus erst einmal keine Rolle spielen. Sekt wird ausgeschenkt, die Kapelle spielt auf. Komors Stellvertreter indes entschuldigt sich bei den Gästen für die lange Wartezeit zuvor. „Die Stimmen waren schnell ausgezählt. Gedauert hat es, alles in die Formulare einzutragen.“

Aber auch beim Zählen gab es reichlich zu Grübeln – und damit sind nicht die 53 gültigen Stimmen gemeint, die von den Wählern freihändig an andere Bürger aus dem Ort vergeben wurden. Einige Zettel sind mit Kommentaren versehen. „Guter Chef!“ etwa und Herzchen, außerdem fröhliche und traurige Smilys. Doch was ist mit einem Fragezeichen im fürs Kreuzchen vorgesehen Feld? Hauptamtsleiterin Daniela Häfner unterstützt die ehrenamtlichen Wahlhelfer. „Da ist der Wählerwunsch nicht eindeutig zu erkennen, also ungültig.“ Insgesamt fallen 26 Wahlzettel durch.

Breitband und Wohnraum

Damit kann Damian Komor leben, der sich längst in seiner Gemeinde angekommen fühlt. Wichtige Themen stünden in Mainhardt und den Teilorten an, darunter der Breitbandausbau sowie die Schaffung von Bauflächen und Mitwohnungen. Auch privat gebe es noch einiges zu tun – in den eigenen vier Wänden. „Da fehlen noch ein paar Dinge.“ Viel Arbeit warte auch bei der Gestaltung des eigenen Gartens.

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