Die Helfer in der Not sind am 29. Mai 2016 selbst Opfer der Sturzflut in Braunsbach geworden: Das Domizil der Feuerwehr an der Orlacher Straße wurde beschädigt. Nun soll es bald einem Neubau weichen. Doch wohin mit den Fahrzeugen und der Ausrüstung während der Übergangszeit?

„Da haben wir echt Glück gehabt“, meint Steffen Schumacher, stellvertretender Kommandant in Braunsbach. An der Döttinger Straße stand nämlich schon längere Zeit eine ehemalige Auto­werkstatt leer. „Dort sind wir damals direkt nach dem Unwetter auch schon für kurze Zeit untergekommen“, berichtet er. Nun hat die Gemeinde mit der Eigentümerin eine Vereinbarung getroffen, dass die Feuerwehr für die Übergangszeit zwischen Abriss und Fertigstellung des Neubaus wieder dort bleiben kann. „Es ist genügend Platz für alle Fahrzeuge und die Ausrüstung“, so Schumacher. Etliches sei auf Paletten gelagert, von den Spinden der Einsatzkräfte bis zu Einrichtungsgegenständen ist alles dort untergestellt worden.

Geislinger Feuerwehr zieht mit ein

Es ist sogar so viel Raum, dass die Feuerwehr Pläne, die eigentlich erst mit dem neuen Magazin umgesetzt werden sollten, schon jetzt realisiert. „Die Geislinger Abteilung ist bereits jetzt mit eingezogen“, verrät der stellvertretende Kommandant. Laut dem Feuerwehrbedarfsplan war es schon beschlossene Sache, dass die dort stationierte Mannschaft mit ihrem Löschgruppenfahrzeug samt Ausrüstung kocheraufwärts zieht. Doch im alten Gerätehaus an der Orlacher Straße war dafür noch kein Platz – in der ehemaligen Werkstatt parken nun alle drei Fahrzeuge. „Es sind jetzt 35 Feuerwehrleute, die in der Übergangszeit von dort ausrücken“, so Schumacher – darunter auch vier Feuerwehrfrauen.

Hinter den Ehrenamtlichen liegt viel Arbeit, die sie vor allem an Samstagen erledigt haben. Das ganze Inventar musste aus dem Abbruchgebäude. „Als Letztes wurden noch Herd und Boiler ausgebaut. Jetzt ist es ganz leer“, berichtet er. Das Telefon sei bereits auf das Interimsdomizil umgeklemmt. Die Wehr nutzt alles, was möglich ist, weiter – wenn auch nicht unbedingt alles später im Neubau. „Die Funkanlage und der Mast kommen nach Jungholzhausen. Dort gab es bisher kein stationäres Gerät. Ins neue Magazin kommt ein Neues“, nennt Schumacher ein Beispiel.

Nach den derzeitigen Plänen soll die Feuerwehr bis Weihnachten in den Neubau ziehen können. „Wir machen das aber erst, wenn alles dort fertig ist“, sagt er.

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Finanzierung des Neubaus gesichert


Mit Zuschüssen stemmt die Gemeinde Braunsbach die Kosten für den Abriss des alten und den Bau eines neuen Feuerwehrmagazins an der Orlacher Straße. Die Kommune wird dafür rund 1,67 Millionen Euro investieren. Als regulärer Zuschuss kommen dafür aus der Feuerwehrförderung des Landes 218 750 Euro. Außerdem erhält die Gemeinde zur Unterstützung einen Festbetrag von 650 000 Euro aus einem Sondertopf des Feuerwehrwesens des Landes. Die Kommune hat außerdem einen Antrag auf Mittel aus dem Ausgleichstock beantragt. Das Land hat daraus 415 000 Euro bewilligt. Den Rest finanziert die Gemeinde selbst. fär