Die Michelbacher Initiative gegen Mobilfunk hat die beiden Experten eingeladen. „Wir schwimmen in einem natürlichen elektromagnetischen Ozean“, so Dr. Wolf Bergmann. Alle lebenden Organismen seien bioelektrische Wesen und auf das natürliche elektromagnetische Feld der Erde angewiesen. Jede einzelne Körperzelle erzeuge einen elektrischen Schwingkreis, erläutert der Mediziner. Das Fatale am Mobilfunk sei, dass dessen Frequenz genau im Bereich der natürlichen Frequenz des Menschen und aller anderen Lebewesen liegt. „Die natürliche Strahlung imprägniert und informiert die Materie“, so Bergmann. Wasser aus einer Berg­quelle habe dadurch eine feine, symmetrische Kristallstruktur, die Funkwellen vollkommen zerstöre. Auch die Wirkung auf die roten Blutkörperchen sei erschreckend: Während sie normalerweise einzeln im Blut schwimmen, klumpten sie unter Bestrahlung zusammen. Dadurch verkleinert sich ihre Oberfläche, sie transportieren weniger Sauerstoff. Verklumpt gelangen sie nicht mehr in die feinen Kapillargefäße des Körpers, sie verstopfen sie. „Die Zahl der Schlaganfälle steigt daher drastisch, auch bei jungen Menschen und sogar bei Ungeborenen“, so Bergmann.

Kirchberg/Ilshofen

Zeiten ohne Bestrahlung

Um sich zu erholen, brauche der Körper Zeiten ohne Bestrahlung. „Doch was ist, wenn für die 5G-Technik weitere Tausende Funkmasten aufgestellt werden und es dann keine funkwellenfreien Bereiche mehr gibt?“, fragte der Arzt. Dann verliere das System auf Zellebene die Balance. „Die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, erzeugen unter Bestrahlung weniger Energie und die Kommunikation zwischen den Zellen über ihr elektromagnetisches Feld ist gestört“, erklärt er. Mögliche Folge: ungesteuertes Zellwachstum, also Krebs. Das habe sich schon vielmals bewahrheitet, so Prof. Dr. Mario Babilon. Erwiesen sei die Störung der Hirn- und Herzströme unter Funkwellen.

Ferkel mit Missbildungen

Auch Tiere und Pflanzen litten unter den Wellen: Ferkel, deren Stall in der Nähe eines Funkmasts steht, würden mit massiven Missbildungen geboren. Bäume im Strahlungsbereich sterben auf der zugewandten Seite ab. Am eigenen Leib spürt Babilon den Elektrosmog. Der Informatiker an der Hochschule Stuttgart leidet durch WLAN an starken Kopfschmerzen und hat sein Büro deshalb in den Keller verlegt. Er weist auf völlig unzureichende Grenzwerte für Funkwellen hin. Sie basierten auf Untersuchungen, wie stark eine definierte Strahlung Wasser in einer Kugel erwärmt. „Aber ist das ein akzeptables Modell für den menschlichen Kopf? Hier wird völlig außer Acht gelassen, dass nicht nur thermische Effekte, sondern weitere vielfältige Auswirkungen auf biologische Systeme auftreten, gerade auf das Gehirn“, sagt er. So schädigten Funkwellen die Blut-Hirn-Schranke und gefährliche Schwermetalle gelangten ins Gehirn.

Für die Grenzwertbestimmung wurde schwache kontinuierliche Strahlung verwendet, während die Funkwellen gepulst werden. „Da liegt die Pulsleistung für eine Millisekunde bei 20 000 Watt“, so Babilon. „Es ist nicht vergleichbar, ob man seine Hand in warmes Wasser hält oder ob man sie kurz in kochendes und dann in eiskaltes Wasser taucht, auch wenn die mittlere Temperatur in beiden Fällen ähnlich ist“, veranschaulicht er. Außerdem berücksichtigten die Grenzwerte keine Langzeiteffekte. „Unsere Grenzwerte können nicht schützen, weil die Basis falsch ist“, kritisiert der Physiker. Statt auf eine gesundheitsschädliche Technik zu setzen, soll der Glasfaserausbau realisiert werden. Bergmann fragte, ob wir wirklich selbstfahrende Autos und damit die 5G-Technik bräuchten. Er riet zum achtsamen Umgang mit der Natur.

Fast eine Stunde diskutieren die Experten mit dem Publikum: Wer haftet bei Mobilfunkschäden? Wie kann man sich vor Funkwellen schützen? Mehrmals wird das Recht auf Unversehrtheit angesprochen. Einige Bürger appellieren an Bürgermeister Werner Dörr, keinen weiteren Funkmast zuzulassen. „Bleiben Sie das kleine gallische Dorf. Das wäre ein total motivierendes Statement für andere Gemeinden“, ermutigt ihn Bergmann.

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Infoabend am 11. Dezember


In der heutigen Gemeinderatssitzung ist der Mobilfunkmast Thema. Ein Bericht folgt. Einen Bürger-Infoabend veranstaltet die Gemeinde am Dienstag, 11. Dezember. Ein Vertreter der Telekom ist dabei.