Das im Juni 2019 gegründete Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ bekennt sich zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer und fordert von der Bundesregierung die schnelle Aufnahme von Menschen, die dort gerettet wurden. Dazu haben sich die Mitgliedsstädte des Bündnisses gegenüber dem Innenministerium bereit erklärt. Sie wollen aus Seenot gerettete Menschen auch über die Flüchtlingsaufnahmequote hinaus aufnehmen. Das teilt die Stadtverwaltung Hall mit.

„Jahr für Jahr sterben tausende Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Das ist nicht nur eine menschliche Tragödie, es ist auch eine Schande für die europäische Wertegemeinschaft. Es ist schlicht ein Gebot der Mitmenschlichkeit und der Solidarität, hier gemäß unserer Möglichkeiten Hilfe zu leisten und unsere Stadt zum sicheren Hafen zu machen“, erklärt Pelgrim.

Er erinnert daran, dass der Gemeinderat bereits im Jahr 2012 einstimmig beschlossen hatte, jährlich bis zu 35 geflüchtete Menschen zusätzlich aufzunehmen. Hall wurde Teil der „Save me“-Kampagne, die eine kontinuierliche Flüchtlingsaufnahme (Resettlement) einforderte.

Ob der Beitritt zum „Städte Sicherer Häfen“-Bündnis über den symbolischen Charakter weitere Konsequenzen hat, ist offen. Die Flüchtlingspolitik wird vor allem auf europäischer und nationaler Ebene entschieden. Einzelne Experten weisen aber in der Presse darauf hin, dass gerade deutsche Kommunen durch ihre große Eigenständigkeit, durchaus außenpolitische Signale setzen können. „Der Beitritt zum Bündnis hat keine finanziellen Auswirkungen auf Hall“, teilt Halls Pressesprecherin Pia Reiser auf Nachfrage mit. Es gehe um ein starkes Signal.

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