Noch im vergangenen Jahr war das Unternehmen als „Innovator des Jahres“ ausgezeichnet worden. „Wir ruhen uns also nicht auf den Lorbeeren als Pioniere aus, sondern setzen weiterhin unsere ganze Kraft und Kompetenz dafür ein, sehbehinderten oder blinden Menschen Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben“, hatte damals Retina Implant-Vorstandssprecher Reinhard Rubow gesagt.

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„Die Geschichte unseres Unternehmens geht leider zu Ende. In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre der Retina Implant AG am 19. März 2019 die Auflösung der Gesellschaft beschlossen“, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung. 

Medizinische Fortschritt blieb aus

Dafür gebe es zwei wesentliche Gründe: So sei,  erstens, auch nach 16 Jahren intensiver Forschung der bahnbrechende medizinische Fortschritt bedauer­licherweise ausgeblieben. Als zweiten Grund nennen die Retina-Implant-Verantwortlichen das „innovationsfeindliche Klima der starren europäischen Zulassungs- und  Gesundheitssysteme“, das ihre Arbeit behindert habe. Da Retina Implant über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, lässt sich  eine geordnete und verantwortungsbewusste Abwicklung der Gesellschaft gewährleisten. Das sei auch der ausdrückliche Wunsch der Anteilseigner, schreiben die Verantwortlichen.  Schließlich werden im universitären Umfeld die Forschungsarbeiten zur Retinaprothetik voraussichtlich weitergehen.

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Die Retina Implant AG wurde 2003 gegründet und beschäftigt derzeit noch 35 Mitarbeiter, deren „Arbeitsverträge unter Einhaltung der vertraglichen und gesetzlichen Kündigungsfristen abgewickelt werden“, wie eine Sprecherin des Unternehmens betont. Ein  großer Teil der hoch qualifizierten Ingenieure und Medizintechniker habe sehr gute Chancen, in der Region in Biotech oder Medtech-Unternehmen neue Aufgaben zu finden, schreibt die Sprecherin weiter.