„Ich würde jetzt mal raten, dass man etwas von den Bäumen runterkommt und etwas abrüstet“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Der Vorstand der Südwest-Grünen hatte Palmer am Freitag nach einer Äußerung zur Corona-Pandemie aufgefordert, die Partei zu verlassen. Zudem hatten die Grünen-Spitzen im Bund, im Land und im Kreisverband Tübingen erklärt, ihn nicht mehr politisch unterstützen zu wollen.
Coronavirus Baden-Württemberg aktuell Kritik an Kretschmanns Corona-Krisenmanagement

Stuttgart

Boris Palmer: Sein Satz habe Anlass zum Missverständnis gegeben

Palmer hatte Ende April in einem Interview gesagt: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Er erklärte seine Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht sei. Palmer räumte aber nach heftiger Kritik ein, dass sein Satz Anlass zum Missverständnis gegeben habe. Das bedauere er. „Ich erwarte selbstverständlich, dass jeder Mensch die bestmögliche medizinische Versorgung erhält.“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Mit seiner Wortwahl erheblich verrannt

Kretschmann hatte erklärt, Palmer habe sich mit seiner Wortwahl erheblich verrannt. Aber in einer Demokratie habe man zum Schluss nichts als Argumente, und die müsse man aushalten, bekräftigte er am Dienstag. Auch andere Grünen-Mitglieder sprachen sich gegen Maßnahmen gegen Palmer aus. Man solle den Dialog mit ihm suchen, heißt es in einem Schreiben, das etwa die frühere Vizepräsidentin des Bundestags, Antje Vollmer, der Landtagsabgeordnete Martin Hahn und der Bürgermeister von Maselheim, Elmar Braun, unterzeichneten.