Rassismus und Rechtsextremismus – Themen, die in den vergangenen Jahren wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. Die Petition „Anti-Rassistische Überarbeitung des Lehrplans Baden-Württemberg“ soll Kinder und Jugendliche schon früh für diese Themen sensibilisieren. Die Sprecher des Reutlinger Integrationsrats unterzeichneten die Petition jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Robert Hahn.

Bei der Bildung ansetzen

Den Stein ins Rollen gebracht hat Integrationsrätin Yasmin Nasrudin: „Im Namen der Initiative Black History in Baden-Württemberg bedanke ich mich bei Bürgermeister Hahn und den Mitgliedern des Integrationsrats, die stellvertretend für die Stadt Reutlingen unsere Petition unterstützen“, betonte sie, „das bedeutet mir als gebürtiger Reutlingerin mit zugewanderten Eltern aus Eritrea und Äthiopien sehr viel.“
Schwarze deutsche Geschichte habe eine lange Tradition, und sie wünsche sich, dass die Gesellschaft die Geschichte von Schwarzen und „Menschen of Color“ als ihre eigene anerkenne: „Und wo setzt man da am besten an? Genau, bei der Bildung.“ Die Petition, die bislang rund 100 000 Menschen unterschrieben haben, fordert unter anderem die Aufnahme deutscher Kolonialgeschichte und postkolonialer Auswirkungen in Unterrichtsmodulen sowie nachhaltige Anti-Rassismus-Programme in Kooperation mit außerschulischen Partnern.

Zum Schuljahr 2026/27 ändern

Ziel der Initiatoren ist, die Petition dem Kultusministerium zu übergeben und im Beratungsgremium mitwirken zu können. Der überarbeitete Bildungsplan soll im Schuljahr 2026/27 eingeführt werden. Eine Großstadt wie Reutlingen lebe von der Vielfalt ihrer Bürger, heißt es in der Erklärung des Reutlinger Integrationsrats: „Wir unterstützen daher die Petition und das zivilgesellschaftliche Engagement der Initiatorinnen, darunter eine Reutlinger Integrationsrätin. Vorurteile und Stereotype müssen abgebaut werden, rechtsextremistische Ideologien dürfen keinen Raum bekommen und Vielfalt muss in den Vordergrund gestellt werden.“