An der Befragung haben sich Mittwoch und Donnerstag 235 Firmen aus den drei Landkreisen der Region beteiligt.

Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent

Die Antworten zeigen: Knapp ein Drittel der Unternehmen erwartet für das Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent. Ein Minus zwischen 25 und 50 Prozent befürchten 31 Prozent der Unternehmen. 56 Prozent der Firmen vermelden einen akuten Liquiditätsengpass, 23 Prozent geben an, dass ihrem Unternehmen eine Insolvenz droht.

Regionale Wirtschaftsstruktur dauerhaft geschädigt?

„Die Corona-Soforthilfe kann in vielen Fällen die Situation für den Moment sicher stabilisieren. Die Krise wird die regionale Wirtschaftsstruktur jedoch dauerhaft schädigen, wenn die Einschränkungen länger andauern – was heute niemand absehen kann“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Laut Firmenantworten hat die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen spürbar abgenommen. Das sagen 73 Prozent. Bei 58 Prozent wurden Aufträge storniert. Knapp über die Hälfte der Unternehmen melden einen kompletten oder überwiegenden Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit. Ausfälle durch fehlende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen 18 Prozent an. Was Firmen jetzt brauchen

Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit Kurzarbeit

Für 81 Prozent der regionalen Unternehmen haben die Soforthilfe-Zuschüsse derzeit die höchste Relevanz. 62 Prozent sehen eine Unterstützung durch Steuerstundungen und die Herabsetzung von Vorauszahlungen als besonders wichtig an. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzen die Möglichkeit von Kurzarbeit. „Die ersten Maßnahmen, die Politik und Wirtschaft zusammen auf den Weg gebracht haben, waren richtig. Die Unternehmen sind aber längst noch nicht über den Berg. Weitere Rettungspakete werden nötig werden“, sagt Epp.

Teil einer bundesweiten Umfrage

Die Umfrage der IHK Reutlingen war Teil einer bundesweiten Umfrage des DIHK. Regional haben sich am Mittwoch und Donnerstag (25. und 26. März 2020) 235 Unternehmen beteiligt. 82 Prozent der Beteiligten sind Unternehmen mit bis zu 19 Beschäftigten, 15 Prozent haben 20 bis 199 Beschäftigte. Der Rest liegt über 200 Beschäftigten. Knapp die Hälfte der teilnehmenden Betriebe sind in der Dienstleistungsbranche zu Hause, 23 Prozent im Groß- und Einzelhandel, elf Prozent in der Industrie und sechs Prozent im Baugewerbe.