Evakuierung Blindgänger in Neu-Ulm: 500-Kilo-Bombe wird entschärft

Neu-Ulm / swp 17.03.2018
Bei Bauarbeiten im Südstadtbogen in Neu-Ulm ist erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Sie soll am Sonntag entschärft werden. Dafür müssen rund 12.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen.

In Neu-Ulm ist erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Sie soll am Sonntag entschärft werden. Das teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE am Freitagmorgen mit. „Es wurde gestern ein weiterer Blindgänger bei den Bauarbeiten im Südstadtbogen gefunden. Die Bombe wurde gesichert“, sagte Polizeisprecher Christian Städele. Es bestehe keine Gefahr für die Bewohner.

Bombe wiegt 500 Kilogramm

Die Entschärfung der 500 Kilogramm schweren Bombe ist für Sonntag geplant. Ab 8 Uhr morgens beginnt die Evakuierung in einem Radius von 500 Metern. Die Donauklinik ist nicht betroffen. Die von der Evakuierung betroffenen Anwohner sollen nach Möglichkeit ihre Wohnungen am Sonntag bereits ab 8:30 Uhr verlassen. Mitarbeiter der Polizei, der Feuerwehr und des Bayerischen Roten Kreuzes werden von Haus zu Haus gehen und die Bevölkerung auffordern, aus ihren Häuser zu gehen.

Bewohnern, die für die Zeit der Entschärfung nicht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterkommen können, stellt die Stadt Aufenthaltsmöglichkeiten in der Turnhalle der Weststadtschule (Schießhausallee 7) zur Verfügung. Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden in der Mensa der Hochschule Neu-Ulm untergebracht. Personen, die Unterstützung beim Verlassen ihrer Wohnungen benötigen, werden vom Fahrdienst des BRK oder einem Hol- und Bringdienst abgeholt und zur Hochschule gefahren. Personen, die diesen Dienst in Anspruch nehmen wollen, sollten sich bis spätestens Samstag, 15 Uhr über die Bürgerhotline anmelden.

In diesem Umkreis müssen die Anwohner ihre Häuser verlassen

Die Polizei hat ein Hinweistelefon für die Bürger eingerichtet: (0731) 97441898. Die Nummer ist Freitag ab 13 Uhr bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 15 Uhr und am Sonntag ab 7 Uhr bis zum Einsatzende geschaltet.

Shuttlebusse

Für die Bewohnerinnen und Bewohner, die keine Möglichkeit haben, in die Unterkünfte zu kommen, wird ein Shuttleservice angeboten. Sammelpunkt für den Service ist der Zentrale Umsteigepunkt in Neu-Ulm. Die Polizei begleitet die Personen zum ZUP. Von hier aus werden die einzelnen Stationen angefahren.

Die Stadt Neu-Ulm geht davon aus, dass die Evakuierung nach rund sechs Stunden abgeschlossen sein wird und entsprechend mit der Entschärfung begonnen werden kann. Eine genaue zeitliche Prognose kann nicht abgegeben werden.

Zusätzlich zur Fliegerbombe befindet sich auch ein sogenannter Verdachtspunkt auf dem Gelände des Südstadtbogens. Ob es sich hierbei um einen Blindgänger handelt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Der Verdachtspunkt soll am Sonntag ebenfalls sondiert und freigelegt werden. Sollte es sich ebenfalls um einen Blindgänger handeln, wird dieser auch am Sonntag entschärft.

Donauklinik

Die Donauklinik ist für Besucher ab Start und bis zur Aufhebung der Sperrungen nur zu Fuß erreichbar. Die Rettungsdienste können die Klinik aber anfahren.

Innenstadtgeschäfte/Gastronomie

Alle Innenstadtgeschäfte und Einrichtungen innerhalb der Sicherheitszone (Gaststätten, Bäckereien etc.), die am Sonntag turnusmäßig geöffnet hätten, bleiben für die Dauer des Einsatzes geschlossen.

Straßensperrungen

Der Radius der Sicherheitszone hat zur Folge, dass wichtige Verkehrsverbindungen in der Innenstadt gesperrt werden müssen. Betroffen hiervon sind unter anderem auch der Allgäuer Ring und die Herdbrücke. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Neu-Ulmer Innenstadtbereich für die Dauer des Einsatzes weiträumig zu umfahren.

Busverkehr wird umgeleitet

Der Nahverkehr wird für die Entschärfung der Bombe am Sonntag umgeleitet.
Folgende Haltestellen entfallen: Neu-Ulm Allgäuer Ring, Amtsgericht, Donaucenter, Donauklinik, Escheugraben, Fachoberschule, Gartenstraße, Maximilianstraße, Meininger Allee, Memminger Straße, Parkstraße, Petrusplatz, Rathaus, Riedstraße, Schützenstraße, Steubenstraße, Wiblinger Steig, ZUP sowie Ulm Herdbruckerstraße.

Die geänderten Routen:
Linie 5: Aus Ludwigsfeld kommend werden die Busse ab Haltestelle „Neue Hochschule“ über die Wileystraße, Bradleystraße, Ringstraße, Reuttier Straße, Gänstorbrücke, Neue Straße zum Ulm Hauptbahnhof umgeleitet. Von Hauptbahnhof Ulm in Richtung Ludwigsfeld ist die Linienführung identisch.


Linie 73: Aus Ludwigsfeld kommend werden die Busse ab Kreuzung Europastraße/Memminger Straße (ab Haltestelle „Arena“) über die Europastraße und Adenauer Brücke zum Ulm ZOB umgeleitet. Von ZOB in Richtung Ludwigsfeld ist die Linienführung identisch.


Linie7: Aus Jungingen kommend endet die Linie 7 an der Haltestelle „Ehinger Tor“. Weitere Haltestellen bis Willy-Brandt-Platz entfallen. In Richtung Jungingen beginnt die Linie am „Ehinger Tor“.

Linie 70: Von Ulm ZOB West kommend werden die Busse direkt über die Adenauer Brücke und Wiblinger Straße in Richtung Wiblingen umgeleitet. Aus Wiblingen kommend unveränderte Linienführung über die Adenauer Brücke zum Ulm ZOB.

Linie 77: Aus Hittistetten kommend werden die Busse ab Haltestelle „Waldeck“ über die Reuttier Straße, Gänstorbrücke, Neue Straße zum Ulm ZOB umgeleitet. Von Ulm ZOB in Richtung Hittistetten identische Linienführung.


Linien 78: Aus Finningen kommend werden die Busse ab Haltestelle „Waldeck“ über die Reut-tier Straße, Gänstorbrücke, Neue Straße zum Ulm ZOB umgeleitet. Von Ulm ZOB in Richtung Finningen identische Linienführung.


Linien 84/85/88/850: Aus Pfuhl kommend werden die Busse ab Kreuzung Reuttier Straße/Augsburger Straße bzw. Reuttier Straße/Bahnhofstraße direkt über die Gänstorbrücke, Neue Straße zum Ulm ZOB umgeleitet. Von Ulm ZOB in Richtung Pfuhl/Burlafingen identische Linienführung.

Bahnverkehr

Die Züge der Deutschen Bahn halten ab 8 Uhr nicht mehr am Neu-Ulmer Hauptbahnhof, sondern fahren direkt weiter in Richtung Ulm.

Gemeinsame Pressekonferenz der Stadt Neu-Ulm und der Polizei

Bombenfund Anfang März

Bereits vor zwei Wochen, am 2. März, ist ein Blindgänger in dem Baugebiet geborgen worden. Im Umkreis von 200 Metern mussten die Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Bei der Entschärfung waren 300 Einsatzkräfte vor Ort.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel