Stadtentwicklung Mega-Neubaugebiet „Wohnen am Illerpark“ in Neu-Ulm

Das geplante Wohngebiet am Illerpark in Neu-Ulm
Das geplante Wohngebiet am Illerpark in Neu-Ulm © Foto: SWP-Grafik
Neu-Ulm / Von Edwin Ruschitzka 07.11.2018

Im Neu-Ulmer Süden wird sich in den nächsten Jahren Gewaltiges tun – und zwar schon vom nächsten Jahr an: Ab 2019 wird an der Memminger Straße, nördlich des Stadtteils Ludwigsfeld, das Neubaugebiet „Wohnen am Illerpark“ entstehen – mit 610 Wohneinheiten für mehr als 1400 Menschen. Direkt daneben wird der so genannte „Gewerbe-Campus Filchnerstraße“ gebaut. Dorthin wird die Firma Continental ziehen, die noch im Science Park auf dem Eselsberg in Ulm forscht und entwickelt. Über 700 Mitarbeiter werden von Ulm nach Neu-Ulm wechseln.

200 Wohnungen zusätzlich

Neu-Ulm wächst und braucht Wohnraum. Schon seit Jahren denkt die Stadt diesbezüglich auch über ein Wohngebiet zwischen dem Illerkanal und der Memminger Straße in Verlängerung der Filchnerstraße nach. Der entsprechende, immer wieder veränderte Baubauungsplan „Wohnen am Illerpark“ wurde am Dienstag von Stadtentwicklungsausschuss einstimmig verabschiedet. Das Gebiet, westlich einer zu verlängernden Filchnerstraße gelegen, ist mehr als neun Hektar groß und im Besitz der Stadt. Dort werden 610 Wohneinheiten entstehen. Das sind knapp 200 Wohnungen mehr als noch 2017 vorgesehen waren.

Die Stadt will auf dem Areal zweierlei Bedürfnisse befriedigen: zum einen das Wohnen in Einfamilienhäusern, zum anderen in verdichteten Anlagen bis hin zum Geschosswohnungsbau. 56 Prozent der Fläche sind für den verdichteten Wohnungsbau vorgesehen, 44 Prozent für Einfamilienhäuser. Was die Zahl der Wohnungen betrifft, sind aber nur 100 Einheiten in Einfamilienhäusern und 510 Wohnungen im Mehrfamilienbereich geplant. Dazu gehören auch Ketten- und Reihenhäuser sowie bis zu sechsgeschossige Wohnkomplexe. 120 Wohnungen werden sozial gebunden sein, für deren Bau dann die städtische Wohnungsgesellschaft Nuwog zuständig ist. Ansonsten wird die Stadt das Wohngebiet selbst vermarkten.

Weniger Einfamilienhäuser, wie geplant

Für so manches Stadtratsmitglied ist das immer noch kein ausgewogenes Verhältnis. CSU-Stadtrat Bernhard Maier hatte zwar „großen Respekt vor der planerischen Leistung, die uns heute präsentiert wird“, er erinnerte aber an die Vorgaben, ein Drittel des Areals für Einfamilienhäuser vorzusehen, zwei Drittel für eine verdichtete Bauweise. Dennoch wurde der Bebauungsplan einstimmig auf den Weg gebracht.

Wenig Parkplätze

Östlich der Filchnerstraße ist auf einer Fläche von drei Hektar der Gewerbe-Campus vorgesehen. Dorthin wird die Firma Continental die Entwicklung von Fahrassistenzsystemen verlagern. 700 Menschen werden schon von 2020/2021 an dort arbeiten. Und diese brauchen wohl auch Parkplätze, wie auch die im benachbarten Wohngebiet Illerpark später lebenden Menschen. 180 Parkplätze sind an der Filchnerstraße geplant. Wer dort ein Einfamilienhaus plant, wird dort auch Parkraum vorhalten dürfen. Ansonsten sind im Wohngebiet auch Tiefgaragen vorgesehen.

Wo parken die Mitarbeiter?

Offen bleibt vorerst, wo die Mitarbeiter von Continental parken können, sofern sie zum Arbeiten mit dem Auto kommen. Eine Vorgabe, das die Firma auf dem Gelände Parkdecks vorsehen muss, wurde nicht gemacht. Zu groß war offenbar die Sorge, dass Continental eine solche Bedingung als unfreundlichen Akt begreifen könnte. Das fehlende Parkdeck wurde allerdings von Stadträten wie Christa Wanke (FDP) bemängelt. Sie schlug vor, dass die Stadt mit Continental diesbezüglich nochmals verhandelt. Dagegen glaubt Stadtbaudirektor Markus Krämer, das die Firma selbst auf die Parkdeck-Idee kommen werde, spätestens wenn sie in Neu-Ulm erweitert. Auch dafür sind offenbar schon Flächen vorgesehen. Wankes Antrag wurde übrigens angenommen.

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Kleiner Stadtteil im Stadtteil Ludwigsfeld

Zahlen Mehr als neun Hektar fürs Wohnen, drei Hektar fürs Arbeiten. Die Stadt Neu-Ulm wächst gerade im Süden. Zusammen mit dem benachbarten Wiley werden dort einmal 5000 Menschen wohnen, insgesamt an die 1000 arbeiten. Ein kleiner Stadtteil im Stadtteil Ludwigsfeld, zu dem auch das Wiley gehört. Die Stadt ist gefordert was die Verkehrsanbindung betrifft. Ansonsten passt die Infrastruktur, was benachbarte Schulen und Kindertagesstätten betrifft.

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