Gänstorbrücke SPD: Antje Esser für vierte Donaubrücke

Eingeschränkter Verkehr auf der Gänstorbrücke. Deren Ersatz steht in den nächsten fünf Jahren an.
Eingeschränkter Verkehr auf der Gänstorbrücke. Deren Ersatz steht in den nächsten fünf Jahren an. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Edwin Ruschitzka 12.10.2018
Die Gänstor- und die Adenauerbrücke müssen ersetzt werden. Antje Esser bringt deshalb eine weitere Donau-Überquerung ins Gespräch.

Da hat die SPD-Fraktionsvorsitzende Antje Esser aber ein Fass aufgemacht. Fast beiläufig erwähnte sie während der Diskussion über die teilgesperrte und zum Ersatz anstehende marode Gänstorbrücke, dass „wir halt eine Brücke zu wenig haben“. Womit sie die so genannte vierte Donaubrücke ansprach, ein strittiges Thema mit großer kommunalpolitischer Sprengkraft. „Es muss legitim sein, darüber nochmals neu nachzudenken“, hat Esser gestern auf Anfrage nachgeschoben, „denn beide Städte haben sich enorm entwickelt.“

Neue Gänstorbrücke innerhalb von fünf Jahren

Drei mehr oder weniger verkehrstaugliche Brücken führen zwischen beiden Städten Ulm und Neu-Ulm über die Donau: die Adenauer-, die Herd- und die Gänstorbrücke. Alle sind in den 50er Jahren gebaut worden. Die Adenauer- und die Gänstorbrücke sind so marode, dass Ersatzbauwerke anstehen. Ganz konkret ist das bei der Gänstorbrücke der Fall, deren Fahrspuren schon eingeschränkt worden sind.

Die weiteren Planungen obliegen der Ulmer Stadtverwaltung. Gerhard Fraidel gab jetzt auch dem Neu-Ulmer Stadtrat einen Überblick und kündigte an, dass die neue Gänstorbrücke in den nächsten fünf Jahren kommen wird. Am 17. und 18. November werde sie nochmals einem Belastungstest mit schweren Fahrzeugen unterzogen, sagte Fraidel. Am 19. November sollen die beiden Stadtratsgremien von Ulm und Neu-Ulm über das weitere Vorgehen befinden. Fraidel stellte aber klar, dass eine Sanierung aufgrund der irreparablen Schäden nicht mehr in Frage käme.

Vorbehalte sind groß

Unabhängig davon, wann und wie die Gänstorbrücke ersetzt wird, droht der Adenauerbrücke das gleiche Schicksal. 2013 hatte das Staatliche Bauamt der SÜDWEST PRESSE erste Pläne über einen achtspurigen Ausbau der Adenauerbrücke vorgestellt und ebenfalls angeregt, über eine vierte Donaubrücke im Osten der Städte nachzudenken. Was zu einer heftigen Reaktion des damaligen Ulmer Baubürgermeisters Alexander Wetzig führte: „Die Stadt Ulm will diese vierte Donaubrücke nicht.“

Auch in Neu-Ulm sind die Vorbehalte groß. Eine vierte Donaubrücke in Verlängerung der Kammerkrummenstraße zwischen Offenhausen und Pfuhl über die Donau auf die Böfinger Steige war immer wieder ein umstrittenes Thema, vor allem in den betroffenen Stadtteilen. Das war gerade auch beim Bau dieser Kammerkrummenstraße der Fall, die erst 1997 durch einen Bürgerentscheid ermöglicht worden war.

Als Antje Esser jetzt im Neu-Ulmer Stadtrat anregte, dass beide Städte über die vierte Donaubrücke neu nachdenken und das Thema auf die Tagesordnung setzen müssten, grätschte prompt ihr Fraktionskollege Rudolf Erne aus Pfuhl dazwischen: „Wir reden heute nicht über weitere Brücken, sondern über die Sanierung der Gänstorbrücke.“

Andere Neu-Ulmer Stadträte sprachen die vierte Donaubrücke während der Diskussion über die Gänstorbrücke nicht an.

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