Bildung Neubau der Hochschule Neu-Ulm feierlich eröffnet

Neu-Ulm / Christoph Mayer 26.09.2018
Mehr Platz für Lehre, Forschung und Studenten. Mit einem Festakt hat die HNU ihren zweiten Neubau eingeweiht.

Bescheidenheit bringt einen nicht weiter. An dieser Maxime orientierte sich Uta Feser gestern beim Festakt zur Eröffnung des zweiten Gebäudekomplexes der Hochschule Neu-Ulm (HNU). „Wir könnten uns in absehbarer Zeit einen dritten Bauabschnitt vorstellen“, sagte die HNU-Präsidentin mehr im Ernst als im Scherz an die bayerische Wissenschaftsministerin Marion Kiechle gewandt. Die CSU-Politikerin und ehemalige Medizin-Professorin der TU München lächelte und zeigte sich ob solcher Dynamik beeindruckt. „Das Tempo hier gefällt mir“,  sagte sie, und gab Feser recht:  „Eine Hochschule muss immer in die Zukunft denken.“

Alles an einem Ort

Fast genau zehn Jahre nach Eröffnung des ersten Bauabschnittes – er war ob der rasant steigenden Studentenzahl auf heute annähernd 4000 bald zu eng geworden – sind die Raumprobleme an der HNU fürs Erste behoben. Besser noch: „Alle Einrichtungen unserer Hochschule sind jetzt wieder an einem Ort zusammengeführt“, sagte Feser vor gut 150 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft – darunter auch die von ihr als „unsere Schutzpatronin“ besonders gewürdigte Ex-Ministerin und Neu-Ulmer Ex-OB Beate Merk. Zusammen mit dem nur wenige Schritte entfernt liegenden Hauptgebäude sei im begrünten Wiley eine „Campus­hochschule“ entstanden, die allen Akteuren optimale Lern- und Forschungsbedingungen biete.

Der Erweiterungsbau, in dem die Fakultät für Gesundheitsmanagement untergebracht ist, komme genau zum richtigen Zeitpunkt, so Feser weiter. Dies nicht nur im Hinblick aufs jetzt beginnende Semester, sondern vor allem angesichts der Tatsache, dass Ulm und Neu-Ulm „das Zentrum einer der wirtschaftlich dynamischsten und gründungsaktivsten Regionen in Deutschland sind“. Von den rund 200 000 Einwohnern der Doppelstadt seien etwa zehn Prozent Studenten der Universität und der beiden Hochschulen. „Wir als HNU übernehmen den Business-Part und bereiten junge Menschen auf Management-Berufe vor.“ Feser kündigte in diesem Zusammenhang die Einrichtung dreier weiterer Bachelorstudiengänge sowie die Gründung eines Transferzentrums mit Fokus auf Digitalisierung in Günzburg an.

„Wenigstens sieht sie besser aus.“

Kiechle sang, wie bei solchen Anlässen durchaus üblich, das Hohelied auf den Bildungsstandort Bayern, speziell auf die Hochschulen. „Die Universitäten allein sind nicht in der Lage, den immensen Fachkräftebedarf  zu decken. Das geht nur mit den Hochschulen  für angewandte Wissenschaften zusammen“, sagte die Ministerin, die als Ersatz für den wegen „wichtiger Termine“ verhinderten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder eingesprungen war (Zu seinem Nebensitzer geraunter Kommentar eines Ehrengastes im Auditorium: „Wenigstens sieht sie besser aus.“).

Der längs zum Hauptgebäude entstandene viergeschossige weiße Neubau war von den Münchner Architekten Fritsch und Tschaidse bewusst als Kontrapunkt zum dunklen Bestandsbau entworfen worden. Die Projektplanung hatte das Staatliche  Bauamt Krumbach übernommen. Nach der kirchlichen Segnung durch die Dekane Jürgen Pommer und Markus Mattes übergab Baudirektor Frieder Vogelsang  der HNU-Präsidentin symbolisch die Schlüssel. Die Ministerin war da schon längst wieder auf dem Weg zu ihrem nächsten Termin.

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