Möbel Mahler verkauft den Möbelhandel an Opti-Wohnwelt (Niederlauer) und verlegt sich im wesentlichen auf die Vermietung der Immobilie im Starkfeld. Das hat Mahler-Chef Michael Mahler am Donnerstagabend der Belegschaft bei einer Versammlung eröffnet. Opti übernimmt die etwa 250 Mitarbeiter des Möbelladens, fast 100 Mitarbeiter des Restaurants bleiben bei Mahler.

Deal hilft Mahler

Die Transaktion wird zum 1. April wirksam, Mahler behält aber einen Minderheitsanteil an der neuen Betreibergesellschaft. Mahler kann auf diese Weise auch den Warenbestand verkaufen, den Michael Mahler auf fünf Millionen Euro beziffert – außerdem die Ladeneinrichtung in dem großen Möbelhaus mit zuletzt immer noch 40.000 Quadratmetern.

Mit diesem Deal kann das Unternehmen Mahler seine finanzielle Tragfähigkeit verbessern, die seit der Übernahme des ehemaligen Mutschler-Standorts 2011 immer wieder in Zweifel gezogen wurde. Mahler hat zwischenzeitlich das Stammhaus in Bopfingen sowie Standorte in Siebenlehn und Wolfratshausen verkauft. In diesem Kontext ist XXL Lutz mit zehn Prozent bei Mahler eingestiegen. Es stellt sich nun die Frage, inwieweit Mahler nach der Übernahme des operativen Geschäfts durch Opti die Lutz-Anteile zurückkauft.

Opti bietet wieder Garantie für Lieferanten

Mit Opti gelingt dem Möbelhaus in Neu-Ulm jedenfalls wieder die Rückkehr in einen Einkaufsverband, und zwar den demnach größten in Europa: Union/VME. Damit einher gehen für Lieferanten auch Garantien, die Mahler vorübergehend gefehlt hatten. Deshalb wurden Einzelgarantien der Hausbank gegenüber Lieferanten praktisch für jede bestellte Küche nötig. Die knappe Liquidität und komplexe Abwicklung von Bestellungen waren nach Mahlers Worten für Beschwerden von Kunden verantwortlich. Sie hatten trotz Anzahlung ihre Ware spät erhalten, was Mahler mit der schwierigen Einzelabwicklung bei Lieferanten begründete.

Die Lösung mit Opti bedeutet freilich, dass sich Mahler weitgehend aus dem Stammgeschäft verabschiedet und auf die Immobilienverwaltung beschränkt. Das Haus wurde zuletzt auch in „Welt des Wohnens“ umbenannt. Der Weg wurde verstärkt mit den Vermietungen an Röther, den Radladen B.O.C, Trek Store, Home 24 und nun Edeka eingeschlagen.

Somit hat Mahler die anfängliche Möbelfläche von 75.000 Quadratmetern auf fast die Hälfte reduziert und sichere Mieteinnahmen geschaffen. Dafür müssen allerdings Investitionen getätigt und Kredite zurückbezahlt werden, bevor die Mieteffekte zur echten Entlastung führen. Michael Mahler sagte jedenfalls, nun sehe er viel gelassener in die Zukunft. Bei Opti kündigt Familiengesellschafter Oliver Föst einen neuen Mitnahmemarkt im Starkfeld an. Man sehe in dem Standort „enormes Potenzial“, das man mit Mahler ausschöpfen wolle.

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Die neue Wohnwelt


Mahler: Mahler hatte den Standort im Starkfeld 2011 von der BIH erworben. Mahler erzielte zuletzt 47 Millionen Euro Umsatz (2016), die Verluste konnten inzwischen reduziert werden.

Investition: Anfangs wurden 500 Mitarbeiter in Neu-Ulm beschäftigt. Die Investitionen in den Umbau lagen bei 40 Millionen Euro. Dazu kam das Logistiklager mit sechs Millionen. 

Opti: Die Opti-Wohnwelt verfügt über 16 Standorte in Deutschland, der nächste in Backnang. In der neuen Kombination in Neu-Ulm heißt es: Möbel Mahler Opti-Wohnwelt.