Neu-Ulm / Christine Liebhardt In einem offenen Brief an den Bund der Steuerzahler fordert der OB eine „Rückkehr zur Sachlichkeit“.

Nachdem sich der Bund der Steuerzahler in Bayern in seiner Mitgliederzeitung klar gegen einen Austritt der Stadt Neu-Ulm aus dem Landkreis positioniert hat, meldet sich nun deren Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zu Wort. Er sei „fassungslos“ und frage sich, auf welcher Grundlage der „über weite Strecken hinweg nicht nur falsche, sondern auch geradezu freche Artikel“ entstanden sei, schreibt der OB in einem offenen Brief an den Präsidenten des Verbandes, Rolf von Hohenhau.

Der Bund der Steuerzähler spricht für Erhalt des Landkreises Neu-Ulms aus und fordert eine „Rückkehr zur Vernunft“.

Noerenberg ist wütend

Dieser hatte vor einer absehbaren Verschwendung von Steuergeldern ebenso gewarnt wie davor, die langjährige Zusammenarbeit des Landkreises mit der Stadt Neu-Ulm aufs Spiel zu setzen. In einem Artikel in der Verbandszeitung hatte der unbekannte Autor außerdem die Frage aufgeworfen, ob bei der Kreisfreiheit Prestigedenken eine Rolle spiele und ob der OB sich ein Denkmal setzen wolle.

Was Noerenberg sichtlich in Rage brachte. In seinem drei Seiten langen Brief schreibt er: „Wie sollte ich mir ein Denkmal mit einem Prozess setzen, den ich selbst gar nicht angestoßen habe und dessen inhaltliche Aufarbeitung auf einen Beschluss des Neu-Ulmer Stadtrats zurückgeht?“ Er selbst sei in erster Linie den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Neu-Ulm verpflichtet, führt der Oberbürgermeister aus. Ihre Interessen habe er vorausschauend zu wahren. Den Auftrag des Stadtrates bearbeite er mit Nachdruck, weil er „zutiefst überzeugt“ davon sei, dass die Kreisfreiheit ausschlaggebend für die weitere positive Entwicklung der Stadt“ sei. Der Verband hatte eine „Rückkehr zur Vernunft“ gefordert. Noerenberg setzt einen anderen Appell entgegen: den zur „Rückkehr zur Sachlichkeit“.

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