Neu-Ulm / Tobias Knaack  Uhr
Am Freitag war die Polizei in Neu-Ulm im Einsatz. Ziel war die Flüchtlingsunterkunft in der Reuttier Straße. Die Durchsuchungen richteten sich gegen die Drogenszene.

Am Freitagabend hat es in Neu-Ulm einen Polizeieinsatz gegeben, der sich nach Informationen eines Südwest-Presse-Mitarbeiters bis in den Samstag hineinzog. Ziel war die Flüchtlingsunterkunft in der Reuttier Straße. Das hat das Polizeipräsidium Schwaben-Südwest in Kempten (PP) auf Anfrage der Südwest Presse mitgeteilt.

Bei der Razzia in einer Flüchtlingsunterkunft in der Reuttier Straße in Neu-Ulm hat die Polizei einen Mann direkt festgenommen, viele werden heute dem Richter vorgeführt.

Der Einsatz richtete sich gegen die organisierte Drogenkriminalität in der Unterkunft. „Es handelt sich um einen Durchsuchungseinsatz, der die gesamte Unterkunft betrifft“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Nähere Angaben über die Zahl der Verdächtigen oder die Zahl der in der Unterkunft wohnenden Menschen machte er zunächst nicht.

Nach dem Verkehrschaos auf der A8 in der Nacht zum Donnerstag ist das DRK Ulm für weitere Einsätze gut gewappnet.

Unterkunft als „illegaler Drogenumschlagplatz“

Polizeilichen Erkenntnissen nach fand in der Gemeinschaftsunterkunft in der Vergangenheit ein schwunghafter Betäubungsmittelhandel statt. Das schreibt das PP Kempten in einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung. Mehrere Personen missbrauchten die Unterkunft demnach als „illegalen Drogenumschlagplatz“. Gegen mehrere Personen ermittelte die Polizei und leitete Verfahren ein. An den Geschäften waren sowohl Bewohner, als auch Personen beteiligt, welche dort gar nicht untergebracht waren.

Die Polizei Ulm ermittelt weiter im Fall der Ekel-Postkarten in Briefkästen Ulmer Haushalte. Bisher sind rund 30 Fälle gemeldet.

„Starke Kräfte“ der Polizei im Einsatz

Eine Reporterin der Südwest Presse beobachtete, wie die Polizisten am Augsburger Torplatz sich von der Augsburger Straße her kommend aufstellten und in die Reuttier Straße einbogen. Es seien „starke Kräfte“ im Einsatz gewesen, bestätigte der Sprecher des Polizeipräsidiums. Daran beteiligt waren, neben der federführenden Polizeiinspektion Neu-Ulm, auch Kräfte der Bereitschaftspolizei aus Dachau, Eichstätt und Königsbrunn, der Operativen Ergänzungsdienste Neu-Ulm, benachbarter Dienststellen, der Kriminalpolizei Neu-Ulm und des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Vor Ort befanden sich zudem Vertreter der Staatsanwaltschaft Neu-Ulm, des Landratsamts Neu-Ulm sowie der Stadt Neu-Ulm.

Skifahrer dürfen sich freuen: Viele Lifte haben geöffnet, die Loipen sind in einem guten Zustand. Wo du die Piste hinabsausen kannst, findest du auf unserer Karte.

50 Fahrzeuge der Polizei vor Ort

Unserem Polizeireporter zufolge sollen etwa 50 Fahrzeuge der Polizei vor Ort gewesen sein. Der Einsatz habe gegen 19:45 Uhr begonnen, erklärte der Sprecher des PP. Auch eine Straße habe zunächst wegen des Einsatzes gesperrt werden müssen. Verkehrsbehinderungen habe es aber nicht gegeben, auch wenn zahlreiche Fahrzeuge einem Beobachter zufolge auch nach Mitternacht noch vor dem Haus standen.

Einige der Bewohner des Hauses seien bereits längere Zeit im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln aufgefallen, sagte der Sprecher.

Mehrere Haushalte in Ulm haben unschöne Post erhalten: Die Postkarten zeigen die abgetrennten Köpfe zweier in Marokko ermordeter Studentinnen.

Polizei mit Einsatz zufrieden

Der Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm, Marcus Hörmann, zeigte sich mit dem Einsatzverlauf zufrieden: „Der Einsatz war ein weiterer wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität in Neu-Ulm. Er steht, wie auch das Ermittlungsverfahren um den Petrusplatz 2016, in einer Reihe polizeilicher Anstrengungen zur nachhaltigen Stabilisierung der Sicherheitslage auf einem guten Niveau.“

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