Der 23-jährige Student, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt dazu: „Ich hätte eigentlich kein Problem damit, dass meine Daten veröffentlicht werden, aber ich weiß nicht, ob das irgendwelche Nachspiele hat.“

Der junge Mann, Student an einer Hochschule in der Region, hält sich derzeit in Guilin in Südchina auf. Außer ein paar Checkpoints in der Metro, an denen die Temperatur gemessen wird und Menschen in Schutzanzügen, die öffentliche Plätze desinfizieren, habe er keine Einschränkungen.

Coronavirus in Wuhan: Teure Lebensmittel und lange Wartezeiten

Davor habe er sich aber in Wuhan aufgehalten, wo das Virus ausgebrochen ist. „Ich habe die Stadt glücklicherweise am 11. Januar verlassen.“ In der Metropole sei die Panik ziemlich groß, wie ihm studierende Freunde berichteten: Kaum jemand verlasse derzeit die Wohnheime, obwohl die Universität Masken und Desinfektionsstellen bereitgestellt habe. Ebenfalls werde die Temperatur der Studierenden regelmäßig überprüft. Der Alltag bestehe darin, sich zu treffen und Serien-Marathons zu veranstalten.

Die Preise für Lebensmittel in Wuhan seien um das bis zu dreifache angestiegen. Und die Krankenhäuser seien extrem überfüllt. Er habe bei einem Freund in der Instagram-Story gesehen, dass dieser nach mehr als fünf Stunden immer noch weit vom Empfangsschalter entfernt war. Außerdem habe DiDi, das chinesische Pendant zum privaten Taxi-Dienst Uber, seinen Service in Wuhan eingestellt. „Für meine Freunde, die sonst keine Verkehrsmittel besitzen, heißt das, dass sie eigentlich alles laufen müssen.“

Er selbst, berichtet der Student, tue sich derzeit schwer, eine Unterkunft zu finden - zu groß ist die Angst der Menschen vor dem Virus: „Mir hat schon ein AirBnB-Host abgesagt, obwohl ich die komplette Inkubationszeit außerhalb von Wuhan verbracht habe.“

Ende Februar erwartet ihn seine Familie hoffentlich wohlbehalten zurück in Neu-Ulm.