• Die 7-Tage-Inzidenzen in Deutschland und Österreich sinken
  • Bayern und Österreich wollen ihre Corona-Regeln weiter lockern
  • Der kleine Grenzverkehr zwischen Österreich und Bayern soll ab dem 12. Mai wieder möglich sein.
Bayern und Österreich lockern ihre Corona-Regeln weiter lassen den kleinen Grenzverkehr ab diesem Mittwoch (12. Mai) wieder zu.

Grenzverkehr Bayern und Österreich - Einkäufe und Besuche von Freunden und Verwandten wieder möglich

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag nach einer Besprechung mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Einkäufe sowie Besuche von Freunden und Verwandten seien dann wieder möglich. Über Pfingsten soll es auch wieder möglich sein, die touristischen Angebote im Nachbarland nutzen.
Ministerpräsident Markus Söder und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz haben sich auf die Öffnung des kleinen Grenzverkehrs ab dem 12. Mai 2021 geeinigt.
Ministerpräsident Markus Söder und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz haben sich auf die Öffnung des kleinen Grenzverkehrs ab dem 12. Mai 2021 geeinigt.
© Foto: Peter Kneffel/dpa

Kleiner Grenzverkehr: Gilt die Quarantänepflicht für Rückkehrer nach Deutschland?

Laut Gesundheitsministerium wird am Mittwoch eine Allgemeinverfügung in Kraft treten. Damit werde „der sogenannte kleine Grenzverkehr für Menschen aus angrenzenden Corona-Risikogebieten ohne Quarantänepflicht erlaubt, also etwa Besuche von Verwandten und Freunden, Fahrten zum Einkaufen oder für Arztbesuche im Nachbarland“, sagte ein Sprecher. Für Menschen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten hätten oder die für bis zu 24 Stunden in den Freistaat Bayern einreisten, gelte dann eine Ausnahme von der Quarantänepflicht. Voraussetzung sei, dass man keine typischen Symptome einer Corona-Infektion habe. Zudem gelte die Ausnahmeregelung nicht bei Aufenthalten in Virusvarianten-Gebieten.

Bayern und Österreich - Tourismus: Was gilt an Pfingsten?

Bayern und Österreich setzen ab Pfingsten auf eine Wiederbelebung des Tourismus. Beides seien Tourismusländer, sagte Söder, das sei deshalb ein „schönes Angebot“ für Urlaubssuchende.
Grundsätzlich betonten sowohl Söder als auch Kurz ein gemeinsames Grundverständnis im Kampf gegen Corona. Beide Seiten seien in unterschiedlichen Wellen betroffen gewesen - nun sei man froh, dass sich auch die Lage in Österreich deutlich verbessert habe, sagte Söder. „Unter dem Strich“ hätten es beide Länder gut gemacht. Wichtig sei, dass es Österreich gelungen sei, die dortige Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Variante zu stoppen, betonte Söder.

Österreich öffnet zum 19. Mai die Bereiche Tourismus, Kultur, Sport und Freizeit

Kanzler Kurz sagte, Bayern und Deutschland seien Österreichs wichtigster Partner und Nachbar. Alleine in Bayern lebten rund 100.000 Österreicher, im Grenzgebiet gebe es eine „unglaubliche Verwobenheit“, die Grenze spiele faktisch keine Rolle mehr. Das Jahr der Pandemie mit all ihren Einschränkungen sei daher gerade in der Grenzregion ein Forderndes gewesen. Österreich werde zum 19. Mai „breitflächig“ die Bereiche Tourismus, Kultur, Sport und Freizeit wieder öffnen, sagte Kurz.

„3-G-Strategie“ in Österreich: geimpft, genesen, getestet

Österreich setzt dabei auf „die 3-G-Strategie“, sagte Kurz: geimpft, genesen, getestet. Jeder, der aus einem Nicht-Risikogebiet komme, könne sich ab dem 19. Mai wieder frei in Österreich bewegen, die bislang geltenden Quarantäne-Bestimmungen würden abgeschafft. Gleichwohl sollen weiterhin Sicherheitsmaßnahmen wie Abstandhalten gelten, sagte Kurz. Söder hingegen betonte, Bayern setze aktuell „auf 2-G“, denn getestet sei nicht das gleiche wie geimpft oder genesen.

Corona-Mutationen - Kurz fordert Weiterentwicklung der Impfstoffe

Kurz sagte, er sei sicher, dass es irgendwann Corona-Mutationen geben werde, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht mehr ausreichend schützten. Die Impfstoffe müssten dann weiterentwickelt und die Bevölkerung nachgeimpft werden. Dennoch sei es wichtig, „jetzt zu öffnen“ und die Einschränkungen zurückzufahren.

Österreich aktuell: Mit Massenimpfungen aus dem Lockdown

Österreich setzt bei seinen Lockerungen vor allem auf Massenimpfungen. Rund zwei Millionen der knapp neun Millionen Einwohner sind bislang mindestens einmal geimpft, bis Mitte Mai soll die Zahl auf drei Millionen steigen. Mit der Immunisierung der Hochrisikogruppen dürfte dem Kanzler zufolge auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen fallen - auch wenn die Zahl der Infektionsfälle wieder steigen sollte.

Grenzöffnung Österreich Deutschland: Kurz fordert Ende der Quarantäne-Regeln

Kurz vor den Pfingstferien soll aus der Sicht von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz die Alpenrepublik von der deutschen Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen werden. „Was ich hoffe ist, dass die Quarantäne-Regelungen bald aufgehoben werden“, sagte Kurz am Dienstag am Rande des Ludwig-Erhard-Gipfels in München der Deutschen Presse-Agentur.
Es sei ja durchaus argumentierbar, so Kurz weiter, dass es Quarantäne-Regeln brauche, wenn auf der einen Seite der Grenze die Ansteckungen zehn oder 20 mal so hoch seien wie auf der anderen Seite. „Aber wenn die Ansteckungszahlen ungefähr gleich sind oder in einem Nachbarland sogar niedriger sind als im eigenen Land, dann ist dies schwer argumentierbar.“