So ein bisschen enttäuscht ist Ebbo Riedmüller schon. Der Ulmer Gastronom, der am Neu-Ulmer Donauufer rund zehn Millionen Euro in einen Gastro- und Hotelbetrieb investieren will, fühlt sich zumindest in Teilen missverstanden. „Es war doch immer klar, dass die Außengestaltung noch völlig offen ist. Ich verschließe mich auch keinem Wettbewerb“, kontert er die zuletzt wachsende Kritik an seinen Neubauplänen auf dem bisherigen Barfüßer-Areal.

Auch dass es Neu-Ulmer und Ulmer gibt, die das 80 Jahre alte ehemalige Offizierskasino aus emotionalen Gründen erhalten wollen, ist für den potenziellen Investor okay. Klar müsse dann aber auch sein, dass im heutigen Brauhaus perspektivisch kein Gastronomiebetrieb mehr möglich sein werde. „Die vielen unterschiedlichen Höhen, die niedrigen Decken, das ganze Flickwerk sind ein Problem. Das ist in Zukunft weder einem wirtschaftlich denkenden Betreiber noch dessen Mitarbeitern zuzumuten“, sagt Riedmüller. Probleme, die man als Gast nicht erkennen könne. „Kritikern der Abrissentscheidung zeige ich die Probleme gerne vor Ort“, erklärt er.

Neu-Ulm

Gestaltung ist verhandelbar

Er brauche eine Entscheidung auch im Sinne der Mitarbeiter. „Ich muss sehen, wie es weiter geht. Wir sind seit drei Jahren nur noch am improvisieren und flicken.“ Für seine Planung müsse in zwei bis höchstens drei Jahren ein Neubau stehen. Wichtig ist Riedmüller dabei die Funktionalität des Neubaus. „Über die Gestaltung der Fassade und die Architektur kann man reden, wenn es nicht ewig dauert. Klar ist aber, dass ich hundert taugliche Hotelzimmer brauche. Die sollten also nicht dreieckig sein.“ Klappt es mit diesen Rahmenbedingungen nicht, ist Riedmüller eigenen Angaben zufolge auch nicht auf das Projekt angewiesen. „Ich muss mir in meinem Alter die zehn Millionen nicht unbedingt ans Bein binden und habe keinen Schmerz damit, wenn sich jemand anderes berufen fühlt“, sagt der 67-jährige Gastronom.

Geärgert hat Ebbo Riedmüller der eine oder andere Kommentar auf Facebook. „Ich habe eigentlich kein Problem mit Neidern. Aber ich muss mich nicht immer persönlich angreifen lassen“, sagt er. Er sei selbst der Investor und wisse um die Notwendigkeiten für den Gastrobetrieb. „Ist ist okay, wenn die Leute das bestehende Gebäude erhalten wollen. Dann braucht es aber eine andere Nutzung.“

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