Gundremmingen / Niko Dirner und dpa Vor 15 Monaten ging Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen vom Netz. Nun darf der Meiler abgebaut werden. Umweltschützer warnen vor hohen Risiken.

Das Atomkraftwerk Gundremmimgen hat am Mittwoch die Genehmigung für die Stilllegung und den Abriss von Block B erhalten. Das teilte der technische Geschäftsführung Heiko Ringel am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit. Block B ist bereits Ende 2017 abgeschaltet worden, der Antrag auf Rückbau wurde bereits im Dezember 2014 beim bayerischen Umweltministerium eingereicht. Ringel: “Das Thema Rückbau ist jetzt Realität. Wir freuen uns, nun loslegen zu können.“ Die Vorbereitungen seien lange und gründlich gewesen.

Bei dem Abfall, der aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen zur Müllverbrennungsanlage nach Weißenhorn geliefert wird, handelt es sich nicht um radioaktiven Müll.

Zumal Block C ja parallel weiterhin betrieben wird. Dieser wird nun am 21. April für die Revision samt Brennelementewechsel heruntergefahren. Ende Mai soll der Block wieder ans Netz gehen. Ende 2021 muss auch Block C für immer abgeschaltet werden.

Die Sicherheit habe weiterhin höchste Priorität. Das Kraftwerk will die Öffentlichkeit in Zukunft transparent über die Arbeiten an Block B informieren.

Atomgegner hatten hingegen den schnellen Abbau der Anlage scharf kritisiert und sehen darin ein Sicherheitsrisiko. Der Bund Naturschutz fordert, dass die radioaktiv belasteten Anlagen erst demontiert werden dürfen, wenn es ein Endlager für die strahlenbelasteten Kraftwerksbauteile gibt. Ein sogenannter sicherer Einschluss müsse geprüft werden.

Bei einem sicheren Einschluss wird eine Atomanlage eine längere Zeit, meist mehrere Jahrzehnte, weitgehend unverändert belassen, ehe sie abgerissen wird. Dies dient auch der Reduzierung der Strahlenbelastung der kontaminierten Bauteile.

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