Münsingen / Sabine Zeller-Rauscher  Uhr

Wer aufgrund der schlechten Wetterlage mit einem Teilnehmerschwund gerechnet hat, wurde eines Besseren belehrt. Die Starterzahl stieg mit den Nachmeldungen auf rund 500 Starter.

„Bei schönem Wetter kann jeder fahren. Die Jungs sind trotzdem heiß auf die Herausforderung und sehen es sportlich“, wusste Martin Keller, dessen Sohn Fabian morgens um 9 Uhr bei den Junioren an den Start ging.

Ein paar Grad wärmer hätte sich Lokalmatador Uwe Hardter, der in der Seniorenklasse 2 an den Start ging, schon gewünscht. Gab aber zu bedenken, dass das Wetter noch schlechter hätte sein können. Etwa mit geschlossener Schneedecke oder Regen wie am Tag vor den Landesmeisterschaften, welche federführend von Hans-Peter Engelhart, dem Münsinger Tourismuschef organisiert wurden.

Unterstützung fand der Radsportfreak in der Stadt Münsingen, dem Heuer-Cup-Team um Marc Benkert und Joachim Heuer, der TSG Münsingen, im Obst- und Gartenbauverein, im Bauwagen „Mond“ aus St. Johann und in etlichen Helfern aus seinem persönlichen Umfeld.

Rund zwölf Minuten nach dem Juniorenstart ging auch Hans-Peter Engelhart ordentlich die Pumpe, als sich der erste Pulk des Starterfeldes zeigte und volles Karacho nach der ersten Runde die abschüssige Strecke entlang des Auinger Schützenhauses herannahte und wie ein Pfeil an den Zuschauern vorbeipfiff. Kräftiges Aufatmen bei so ziemlich allen Fans und Zuschauern, welche sich glücklich darüber zeigten, dass es keinen der Fahrer gelegt hat. Zur Sicherheit der Pedaleure wurden mögliche Gefahrenstellen bereits im Vorfeld mit Hinweisschildern und Strohballen abgesichert.

Schnell hat sich gezeigt, dass die meisten, die bei den insgesamt neun Rennen, welche sich von morgens bis zum späten Nachmittag boten, starteten, Biker und Bikerinnen waren, die sicher im Sattel saßen und ihr Sportgerät durchaus im Griff hatten.

Sehr schnell unterwegs

Auf rund 75 km/h Höchstgeschwindigkeit und 37 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit brachte es Jannik Steimle aus Weilheim, der Sieger des Eliterennens. Mit Blick auf die herrlichen historischen Gebäude des Albgut und den Strecken des ehemaligen Truppenübungsplatzes, welche er von Trainingsfahrten her bestens kennt, hätte sich Steimle gewünscht, dass der Rundkurs der Landesmeisterschaften immer wieder durchs Albgut und den angrenzenden, ehemaligen Truppenübungsplatz geführt hätte.

„So hätten wir Fahrer noch mehr Anfeuerung von den Zuschauern erfahren“, meinte der 23-Jährige, welcher der Veranstaltung dennoch großes Lob zollte und meinte: „Ich bin glücklich darüber, dass es überhaupt noch Veranstalter gibt, welche so ein Rennen durchziehen.“

 Hätte, hätte, Fahrradkette. Eine Strecke auf der Panzerringstraße hätte auch Hans-Peter Engelhart gefallen, dies war aber wegen Einwänden des Naturschutzes und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, inmitten des Biosphärengebietes Schwäbische Alb nicht möglich.

 Die knackige Strecke rund um den Reiselhau hatte es dafür auf teils schmalen Sträßchen, durchaus in sich. Schnell trennte sich hier der Weizen von der Spreu. Auch beim Seniorenrennen 2, bei welchem Uwe Hardter der einzige regionale Starter war. Von Anfang an fuhr er in der Spitzengruppe mit und konnte sich dann absetzen, sodass am knackigen Anstieg kurz vor der Einfahrt ins Albgut, bei welchem der Ex-Radprofi von seinen heimischen Fans hochgeschrien wurde, schon keine Sieggefahr mehr bestand.

Den Druck bewältigt

„Der Druck war als einziger regionaler Starter im Vorfeld schon da“, gestand Hardter, welcher die Strecke natürlich aus dem Effeff kannte. Respekt hatte er im Vorfeld, vor Markus Westhäuser, welchen er am Ende auf Platz zwei verwies. Ein Blick auf Westhäusers Radcomputer zeigte deutlich auf, dass die beiden, die eigentlich mehr im Mountainbikesattel sitzen, durchaus gearbeitet haben. 33 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 65 km/h Höchstgeschwindigkeit und sage und schreibe 683 Gangwechsel auf dem hinteren Rad.

Info Sämtliche Ergebnisse gibt es unter folgendem Link.
https://www.rad-net.de/ergebnisse_3.htm.
Weitere Bilder zu den Straßenmeisterschaften gibt es im Internet unter www.swp.de/muensingen.

Hauch von Alpe d’Huez auf der Münsinger Alb

Der sechs Kilometer lange Rundkurs um den Reiselhau begeisterte die Fans an den Hotspots Bubensteig, der Abfahrt am Schützenhaus, dem Anstieg im Maientäle und im kernigen Anstieg an der Rametshalde, der seit dem Rennen als Auinger Alpe d’Huez gilt, sowie im Ziel, welches inmitten der schönen Kulisse des Albguts aufgebaut war. Wer bereits selbst eine Sportveranstaltung organisiert hat, weiß, dass es in den wenigsten Fällen komplett alles völlig reibungslos verläuft. So gab es auch bei den Landesmeisterschaften Probleme mit der digitalen Technik, die jedoch dank analoger Technik dennoch zeitnah zum richtigen Ergebnis führte.