Vier Tage dauert in diesem Jahr die Messe „Schön & gut“ mit „Slow Schaf“ im Albgut, die Besucherresonanz bei der gestrigen Eröffnung war überwältigend. Auf den Zufahrtsstraßen staute sich bereits am Vormittag der Verkehr, wer ins Alte Lager wollte, brauchte Geduld und einen guten Blick, um überhaupt noch einen Parkplatz ergattern zu können.

Und dieses Bild setzte sich dann auf dem Messegelände und in den Hallen fort. Das Gedränge an den rund 150 Ständen der Aussteller war groß, zeitweise war kaum ein Durchkommen mehr möglich. Geboten wurden regionale und überregionale hochwertige Lebensmittel, handwerklich gefertigte Möbel, Kleidung, Accessoires und Leckereien, dazu noch ein informatives Unterhaltungsprogramm inmitten der schönen Atmosphäre des Albguts.

Anders als in den Jahren zuvor wurde die Messe diesmal offiziell mit den Besuchern eröffnet. Im Gespräch mit Moderatorin Iris Goldack erklärten Landrat Thomas Reumann und der Reutlinger Comedian Dominik Kuhn alias Dodokay, was die Alb für sie bedeutet. Beim Alb-ABC war Schlagfertigkeit gefragt. Schnell mussten den beiden Interviewten zu Schlagwörtern wie Albtrauf, Biosphärengebiet, Dinnete, Fasnet, Glotzböbbel, Leisa, Mutschla und Xälz passende Antworten einfallen, bei „Karza“passten jedoch beide. Da half auch Dodokays „I fend’s subber“ – das immer wieder zu hören war – nicht weiter. Doch der Comedian schlug sich tapfer: „Die Landschaft auf der Alb ist toll. Ich bin viel unterwegs, aber hier ist es immer noch ‚subber’“. Für Landrat Reumann sind es vor allem die Menschen, die die Schwäbische Alb lebendig machen. Dazu kommt noch die „fantastische Landschaft“ mit ihrer Vielschichtigkeit, ihren lieblichen Tälern, Burgen und Höhlen: „Das ist Faszination“, so Reumann. Deshalb ist das hier für ihn Heimat, auch wenn er mit dieser Bezeichnung weniger einen Ort als vielmehr ein Gefühl verbindet. „Heimat setzt sich aus vielen Teilen zusammen: aus Menschen, der Sprache und dem Essen. Aber ja – die Alb ist meine Heimat“. Für Dodokay ist Reutlingen Heimat – laut Reumann gehört auch die Stadt selbstverständlich zur Alb.

Wie sieht es mit Lieblingsorten aus? Für Dodokay sind es die „lost places“, also Zivilisationsreste, die sich die Natur zurückgeholt hat. Reumann liebt den ehemaligen Truppenübungsplatz als einer von wenigen Plätzen in Deutschland ohne Straßen und wo man „Ruhe hören kann“. Außerdem geht ihm im Frühling das Herz auf, wenn er vom Albtrauf seinen Blick über die blühenden Streuobstwiesen streifen lässt. Und natürlich schätzen beide das gute Essen, mit dem die Älbler auch mehrere tausend Besucher auf der Messe an den vier Tagen überzeugen wollen.

Ob Maultaschen, Dinnete, Rote Würste und natürlich Lamm in allen Variationen – die Gaumenfreuden kommen hier nicht zu kurz. Dass es aber auch viele kreative Äbler gibt, zeigt sich am überreichen Angebot mit Seifen, Schokolade und Kaffee vom Lagerhaus Dapfen, mit Büffelfleisch und -käse von Willi Wolf, Ludwig Failenschmid und Helmut Rauscher, mit Brillen aus Wacholder von Optik Gut und besonderen Messern von Janosch Vecernjes aus Hohenstein. Sie alle werden mit ihren Ideen und ihren Produkten an diesen vier Tagen auf der Bühne vorgestellt, gleichzeitig machen die vielen Aussteller an ihren Ständen die beachtliche Entwicklung im Biosphärengebiet mit ihren Erzeugnissen deutlich.

So ist auch in diesem Jahr die „Schön & gut“ mit „Slow Schaf“ eine Plattform für den guten Geschmack, die die Region in den Fokus nimmt. Über 20 000 Besucher aus nah und fern werden am gesamten Wochenende erwartet. Sie können – so wie gestern – bei voraussichtlich weiterhin gutem Herbstwetter genussvoll in das rege Markttreiben eintauchen und aus einem überreichen Angebot an Kulinarik, Wohnen und Lifestyle auswählen.