Im Falle eines medizinischen Notfalls, etwa einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall, zählt jede Minute. Doch insbesondere auf der Albhochfläche liegt die Zeit, bis der Rettungsdienst am Unfallort eintrifft und der Patient in der Klinik ist, teils deutlich über dem Landesdurchschnitt. Dies ergab eine Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung in Baden-Württemberg, die vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München durchgeführt wurde. Grund dafür sei die geographische Lage, so der Reutlinger Landrat Thomas Reumann. In den vergangenen Jahren kam es verstärkt zu Konzentrationsprozessen und Klinikschließungen und damit zu Versorgungslücken. Um eine flächendeckende rettungsdienstliche Versorgung sicherzustellen, hat die Landesregierung beschlossen, zwei weitere Rettungshubschrauber in den Betrieb zu nehmen – mit Piloten und Notärzten, die im Wechsel rund um die Uhr im Einsatz sind. Derzeit sind acht Rettungshelis am Start. Darüber hinaus sollen manche Standorte  um einige Flugminuten verlegt werden, so auch Christoph 41, der momentan in Leonberg stationiert ist. Eine neue südlichere Basis könnte in Engstingen auf der Haid sein. Ob und wann der Hubschrauber allerdings kommt, entscheidet das Innenministerium.

Basis für Luftrettung in Prüfung

„In unserer Raumschaft ist in der Notfallversorgung ein weißer Fleck“, sagte Bürgermeister Jochen Zeller im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Wir wollen den Landrat und den Zweckverband Gewerbepark Engstingen-Haid dabei unterstützen, die Schwäbische Alb besser medizinisch zu versorgen“, so Zeller. Freilich sei dies ein sensibles Thema, der Lärm bei Start und Landung sei nicht wegzudiskutieren.  Mit definierten Flugschneisen „solle man dies aber hinbekommen“. Zudem sei ein Rettungshubschrauber ein großes Plus für die Region und auch angrenzende Raumschaften wie Sigmaringen und der Zollernalbkreis würden davon profitieren.