Münsingen / Maria Bloching  Uhr

Die Nacht war klar und kalt und damit genauso und bot damit ideale Voraussetzungen für die Himmelsbeobachtung. An einem hochgelegenen Platz auf dem Schachen konnte nicht nur die Ruhe, sondern auch die Dunkelheit genossen werden, die hier lediglich vom Mond und von den Sternen unterbrochen wurde. Deshalb zieht es die Initiatoren des Projekts Sternenpark Schwäbische Alb mit ihren Teleskopen seit 2012 regelmäßig hierher zum Meteorcamp. Insbesondere dann, wenn es zum Perseiden-Schauer kommt und deshalb viele Sternschnuppen unterwegs sind. Ausgestattet mit warmer Kleidung und Decken ließen sich die Besucher für einige Stunden auf den aufgestellten Betten der Pfadfinder nieder, um einen direkten Blick in den Sternenhimmel zu haben.

Sternschnuppen über dem Schachen

Je dunkler es dann wurde, desto schöner leuchtete der Nachthimmel über dem Schachen und die ersten Sternbilder, wie etwa der große Wagen, wurden sichtbar. Zwischen 2 Uhr und 4 Uhr bot sich die beste Sicht und es konnten viele Sternschnuppen entdeckt werden. Denn dann war der Mond untergegangen, der an diesem Abend besonders hell schien und zahlreiche Sterne überdeckte.

Allerdings brauchte man Zeit, Geduld und Muse, um einen plötzlich auftauchenden hellen Lichtstreifen zu entdecken, der ebenso rasch wieder verschwunden war. „Was wir als Sternschnuppe bezeichnen, wiegt weniger als ein Gramm und ist ein Teilchen aus dem Weltall, das in die Erdatmosphäre eintritt“, erklärte Till Credner. Diese Teilchen stammen überwiegend von Kometen, die, von der Anziehungskraft der Planeten geleitet, umher fliegen. Auf ihrem Weg durch das Weltall lassen sie viele abgetrennte Teile, sogenannte Meteoriden, hinter sich. Ganz oft am Tag treten diese winzigen Staubkörner in die Erdatmosphäre ein, allerdings völlig unbemerkt. Mit unglaublicher Geschwindigkeit fliegt ein solches Teilchen auf die Erde zu und wird von der Atmosphäre sehr stark abgebremst. Durch die entstehende Hitze verglüht der Meteor oder zerplatzt. Auf der Erde kann der Lichtstreifen dieser Verglühung als Sternschnuppe gesehen werden.

Perseiden-Schauer für Albgucker

Damit man diese erkennen kann, muss der Himmel dunkel und unbewölkt sein. Immer in der zweiten Woche im August gibt es besonders viele Sternschnuppen, wenn es zum Perseiden-Schauer kommt. So wie jetzt also auch wieder, da die Erde die Laufbahn des Kometen Swift-Tuttle kreuzt.

„Einen so schönen Sternenhimmel heute noch zu sehen, ist nicht mehr selbstverständlich“, war von Dr. Matthias Engel, Initiator des Projekts Sternenpark, zu hören. „Die Lichtverschmutzung nimmt leider stetig zu. Man muss schon an einem besonders dunklen Punkt weit weg von Ortschaften und Städten mit künstlichem Licht sein, um den Nachthimmel bewundern zu können“. Dabei könne jeder Einzelne dazu beitragen, dass die Lichtverschmutzung weniger wird. Helfen kann ein Licht, das nur von oben nach unten scheint und nicht hinaus in die Natur. Außerdem appelliert Engel an das Einsparen von Licht: „Nur so viel Licht, wie tatsächlich nötig. Wir müssen unbedingt die Lichtmenge reduzieren“. Das sei jedoch schwierig angesichts der energieeffizienten LED-Leuchten, die einen günstigen Stromverbrauch haben, aber sehr viel Licht erzeugen.

Sternenpark gegen Lichtverschmutzung

Wichtig sei es, auf eine warme Lichtfarbe zu achten: „Maximal 3000 Kelvin“, lautet seine Empfehlung. Bewegungsmelder oder Bedarfsschalter könnten ebenfalls für weniger Licht sorgen, außerdem rät Engel von Solargartenleuchten komplett ab, weil diese der Umwelt und den Tieren schaden.

Mit dem Projekt Sternenpark Schwäbische Alb wollen Ehrenamtliche dazu beitragen, den natürlichen Nachthimmel und die natürliche Nachtlandschaft durch Vermeidung von Lichtverschmutzung zu erhalten. Mit solchen Meteorcamps wie auf dem Schachen wollen sie ihrem Ziel – der Einrichtung eines Sternenparks und die Anerkennung als Dark-Sky-Park – näher kommen.

Das könnte dich auch interessieren:

Feuerwehren nach Gasaustritt alarmiert Großeinsatz in Sika-Chemiefabrik in Bad Urach

Bei der Firma Sika löste in der Nacht zum Montag eine CO2-Löschanlage aus. Das Kellergeschoss wurde mit dem Gas geflutet – Einsatzkräfte der Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz. Das Unternehmen schweigt zu dem Vorfall.

Viele Besucher bummelten auf der Suche nach schönen Dingen am Sonntag durch die Bad Uracher Altstadt.