Er war einer von wenigen Künstlern im 20. Jahrhundert, die tatsächlich von ihrer Arbeit leben konnten. Das lag wohl mit daran, dass Karl Demetz neben seinem enormen Talent und seiner Schaffenskraft in allen Stilrichtungen bewandert war. Er malte Landschaften, Menschen und Tiere und fühlte sich sowohl im Expressionismus wie auch im Impressionismus zu Hause.Dass ihm die Kunst bereits in die Wiege gelegt wurde, zeigen ganz frühe Werke des 14-jährigen Karl Demetz, der zur damaligen Zeit noch keinerlei malerische Ausbildung genossen hatte.

Grandiose Tierbilder

„Als Strafarbeit sollte er seine 50 Mitschüler samt Lehrer bis zu seiner Konfirmation portraitiert haben“, erzählte Museumsbetreiber Martin Rath im Rahmen der Ausstellungseröffnung. Wie präzise und ausdrucksstark dem jungen Künstler dies gelungen ist, verdeutlichen zwei Aquarelle im Albmaler-Museum. Geboren wurde Karl Demetz 1909 in Trossingen. In Stuttgart machte er eine Dekorationslehre, später besuchte er drei Jahre lang die Kunstakademie, um klassische Kunst zu studieren. Auch während des Krieges und seiner russischen Gefangenschaft wandte sich Demetz vom Malen nicht ab. Vielmehr nutzte er die Kunst als Sprachrohr und Therapie: Als er 1949 nach zehnjähriger Abwesenheit in die Heimat zurückkehrte, hatte er russische Landschaftsbilder, aber auch ein überaus eindrucksvolles Bild eines Massengrabes im Gepäck.

Umzug nach Apfelstetten

In den 1960er Jahren zog es den Künstler mit seiner Frau auf die Alb. In Apfelstetten baute er sich ein Häuschen, von seinem Atelier aus genoss er einen herrlichen Blick bis in die Alpen. „Die Landschaft und die Menschen haben ihn inspiriert“, war von Sohn Peter Demetz zu erfahren. Dieser wanderte Ende der 1960er Jahre in die USA aus und weilt derzeit zufällig in Apfelstetten, so dass er die Vernissage besuchen konnte.

Der Großteil der in der Ausstellung gezeigten Werke hat er zur Verfügung gestellt, rund 20 Bilder sind eine Leihgabe des Museums Auberlehaus in Trossingen und etwa 35 Bilder besitzt Martin Rath selbst. „Mein Vater war sehr produktiv und malte Tag und Nacht. Er war ein Profi und konnte davon leben“, erzählte Peter Demetz. Die Vielfältigkeit seiner Kunst zeigt sich beim Gang durch die Ausstellung, in der sich Kohle- und Rötelzeichnungen, Öl-, Acryl- und Aquarellbilder finden.

Maler und Dichter

Besonders bekannt war der Künstler für seine grandiosen Tierdarstellungen. Seine Kühe auf der Weide schauen den Betrachter direkt an und faszinieren durch ihre detailgetreu dargestellte Körperhaltung und ihrem intensiven, lebendigen und gefühlvollen Blick.

2016 hat das Albmaler-Museum eröffnet, mit Demetz wird bereits die achte Sonderausstellung gezeigt. Laut Martin Rath eine „ganz besonders tolle Ausstellung“ von einem Maler, der auch Sportler und Dichter war. So sind auch einige Gedichte des 1986 in Apfelstetten gestorbenen Künstlers Karl Demetz ausgestellt.

Bis zum 3. November sind seine Werke im Albmaler-Museum zu sehen.

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Öffnungszeiten des Albmaler-Musuems


Die Dauerausstellung des Albmaler-Museums zeigt im Wesentlichen Werke von Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts die einen Bezug zur Schwäbischen Alb haben. Das kann aufgrund des Motivs, des Geburts-, Wohn- und/oder des Arbeitsortes des jeweiligen Malers sein.

Das Musuem im Albgut, ehemals Altes Lager, ist im Gebäude OF 7 und hat folgende Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.